Pestizide

Untersuchung von Trinkwasserzonen kommt nur langsam voran

Untersuchung von Trinkwasserzonen kommt nur langsam voran

Untersuchung von Trinkwasserzonen kommt nur langsam voran

Kopenhagen/Nordschleswig
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Es geht zu langsam mit dem Schutz des Trinkwassers, meint Umweltministerin Lea Wermelin. Foto: Nikolai Linares/Ritzau Scanpix

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Viele Kommunen kommen bei der Risikoeinschätzung der Schutzzonen um Trinkwasserbohrungen nur schleppend voran. In Nordschleswig hat Apenrade keine einzige Zone untersucht, während Sonderburg die Untersuchungen bereits abgeschlossen hat.

Die Kommunen sollen sich bei der Risikoeinschätzung der Schutzzonen um Trinkwasserbohrungen gewaltig sputen. Diese Mahnung spricht das Umweltministeriums in einer Pressemitteilung aus.

Bei mehr als 1.000 der fast 5.000 Bohrungen seien diese Untersuchungen noch nicht durchgeführt worden.

„Wir haben ein gemeinsames Interesse daran, dass die Schutzzonen nahe der Bohrungen von Pestiziden freigehalten werden. Unser Trinkwasser muss sauber sein – jetzt und in Zukunft“, sagt Umweltministerin Lea Wermelin (Soz.) laut der Pressemitteilung.

Apenrade ist schwarzes Schaf

19 der 95 betroffenen Kommunen haben laut Umweltministerium noch kein einziges Gebiet untersucht. Zu diesen zählt Apenrade (Aabenraa).

„Es geht viel zu langsam mit den Risikoeinschätzungen, und der eigentliche Einsatz der Kommunen zum Schutz der Gebiete ist soeben erst eingeleitet worden. Mein Augenmerk ist darauf gerichtet, dass es vorwärtsgeht, denn die Risikoeinschätzungen sind Voraussetzung für die Schutzmaßnahmen“, so Wermelin.

Sonderburg liegt vorne

Sonderburg (Sønderborg) ist mit den Risikoeinschätzungen, wie 41 andere Kommunen, bereits am Ziel. In Tondern (Tønder) sieht es auch gut aus: Hier liegt man zwischen 75 und 100 Prozent. Die Kommune Hadersleben (Haderslev) hat zwischen 50 und 75 Prozent der Trinkwassergebiete untersucht.

Auf Grundlage der Untersuchungen müssen die Kommunen einschätzen, ob es notwendig ist, mit Landwirten Absprachen zu treffen, dass in den Gebieten nicht gespritzt wird. Ist keine freiwillige Absprache möglich, kann die Kommune gegen volle Entschädigung ein Verbot aussprechen.

Ministerin droht mt Verboten

Die Umweltministerin betont, dass die Risikoeinschätzungen bis Ende 2022 abgeschlossen sein müssen. Und auch bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen drängt sie auf Tempo.

„Wenn die Kommunen das Ziel, die Gebiet nahe den Bohrungen zu schützen, nicht erreichen, sind wir von politischer Seite bereit, ein generelles Verbot auszusprechen. Meiner Ansicht nach ist man erst am Ziel, wenn der Schutz besteht“, betont Wermelin.

Sie will nun den Dachverband der Kommunen, den Landwirtschaftsverband Landbrug og Fødevarer sowie die Verbände der Wasserwerke zu Gesprächen einladen.

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