Wirtschaft

EU-Staaten einigen sich auf deutlich niedrigere Fangquoten in der Ostsee

EU-Staaten einigen sich auf deutlich niedrigere Fangquoten in der Ostsee

EU einigt sich auf niedrigere Fangquoten in der Ostsee

dodo/Ritzau
Luxemburg
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Im kommenden Jahr dürfen in der Ostsee deutlich weniger Dorsche gefangen werden. Foto: dpa (Symbolfoto)

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Im EU-Abkommen werde ein wenig Rücksicht auf die Fischer genommen, glücklich seien sie aber wohl noch nicht, so der Fischereiminister.

Nach langen Verhandlungen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten am Dienstag auf Fangquoten in der Ostsee im kommenden Jahr geeinigt.

Dies teilte Slowenien, das die EU-Ratspräsidentschaft innehat, auf Twitter mit.

Weniger Fisch darf gefangen werden

Das Abkommen bedeutet, dass im Jahr 2022 deutlich weniger Fisch in der Ostsee gefangen wird.

Das sagt Fischereiminister Rasmus Prehn (Soz.), der Dänemark bei den Verhandlungen in Luxemburg vertreten hat. „Wir haben vereinbart, dass wir die notwendigen Schritte unternehmen, um unsere Fischbestände zu schützen. Für Kabeljau und Hering wird es also deutlich niedrigere Quoten geben. Allerdings nicht ganz so niedrig wie von der Kommission geplant. Es wurde ein wenig Rücksicht genommen. Ich glaube nicht, dass die Fischer glücklich sein werden, aber ich glaube dennoch, dass es ein Schritt in die richtige Richtung aus ihrer Sicht sein wird“, so der Minister.

Dem Abkommen zufolge werden im kommenden Jahr 489 Tonnen Kabeljau in der westlichen Ostsee gefangen. Das sind 88 Prozent weniger als in diesem Jahr mit einer Quote von 4.000 Tonnen.

Die Quote für Hering in der westlichen Ostsee wird um 50 Prozent reduziert – von 1.575 Tonnen auf 788 Tonnen.

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass die Quote für Lachs in den meisten Teilen der Ostsee um 32 Prozent reduziert wird. Damit sinkt sie von 94.496 Tonnen auf 63.811 Tonnen.

Kommission wollte noch niedrigere Quote

Der Vorschlag der Europäischen Kommission forderte sogar noch niedrigere Quoten für Kabeljau. Bis 2022 sollte die Quote um 92 Prozent auf 324 Tonnen Kabeljau gesenkt werden. Das Papier wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (Ices) vorgelegt, die betont hatten, dass mehrere Bestände in der Ostsee stark unter Druck stehen.

Auch Sportfischer betroffen

Auch Sportfischer müssen sich weiter einschränken. In der westlichen Ostsee wird es 2022 nur noch erlaubt sein, einen Dorsch pro Tag pro Person mitzunehmen, in der Zeit vom 15. Januar bis 31. März (Laichzeit) darf kein Dorsch dem Meer entnommen werden. 2021 waren es fünf Dorsche pro Angler pro Tag und in der Laichzeit zwei Dorsche. Im kommenden Jahr wird zudem eine Fangbegrenzung für Lachse eingeführt. Es darf dann 2022 nur ein Lachs pro Tag pro Person mitgenommen werden, dessen sogenannten Fettflosse beschnitten ist.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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