Coronavirus

Deutschland erklärt Dänemark zum Risikogebiet

Deutschland erklärt Dänemark zum Risikogebiet

Deutschland erklärt Dänemark zum Risikogebiet

Alexander Barklage/shz, dpa
Kiel/Kopenhagen
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Es kommen neue Regeln auf Einheimische und Touristen zu. Foto: Karin Riggelsen

Ab Sonntag wird Dänemark für Deutschland zum Risikogebiet. Für Menschen, die aus Dänemark nach Deutschland reisen, bedeutet das neue Einschränkungen.

Wer aus einem ausländischen Corona-Risikogebiet kommt, muss sich ab Sonntag vor der Einreise nach Deutschland online registrieren. Die Seite www.einreiseanmeldung.de soll dann weltweit abrufbar sein, wie die Bundesministerien für Gesundheit und Inneres am Freitag mitteilten. Die neue Seite ersetzt die bisherigen Aussteigekarten in Papierform, die in Flugzeugen ausgegeben wurden.

Das gilt auch für Reisende, die aus Dänemark kommen. „Wir raten weiterhin von unnötigen Reisen nach Deutschland ab. Ab Sonntag, 8. November, werden Reisende aus ganz Dänemark (außer den Färöern und Grönland) bei der Einreise nach Deutschland unter Quarantäne gestellt. So wird ab dem 8. November ganz Dänemark zum Risikobereich erklärt“, informiert das dänische Außenministerium seine Bürgerinnen und Bürger. Grenzpendler sind von diesen Regelungen ausgeschlossen.

Mehrere Kommunen in Dänemark im Lockdown

Den Norden Dänemarks hat es zudem heftig getroffen: Nachdem eine Mutation des Coronavirus in Nerzen gefunden worden ist und klar ist, dass dieses veränderte Virus auch Menschen infiziert und eine kommende Impfung gefährdet, hat Regierungschefin Mette Frederiksen einen Lockdown für Teile Nordjütlands angekündigt. Die erheblichen Einschränkungen gelten für die Kommunen: Jammerbugt, Vesthimmerland, Læsø, Frederikshavn, Hjørring, Thisted Brønderslev. Die Staatsministerin fordert die Menschen in den genannten Kommunen auf, zu Hause zu bleiben und sich testen zu lassen.

Im Fall eine Einreise nach Deutschland gehen die Informationen an die Gesundheitsämter am Zielort des Reisenden. So sollen sie kontrollieren können, ob jemand die Quarantänepflicht einhält. Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, dass Reisende aus ausländischen Risikogebieten ohne triftigen Reisegrund zehn Tage lang in Quarantäne gehen müssen, mit Ausnahmen für notwendige Reisen und Pendler. Frühestens am fünften Tag nach der Einreise kann man einen Corona-Test machen – und die Quarantäne vorzeitig beenden, falls der Test negativ ausfällt. Die Umsetzung ist allerdings Ländersache.

Daten sollen automatisch gelöscht werden

Die Daten werden nach offiziellen Angaben verschlüsselt und nur dem zuständigen Gesundheitsamt zugänglich gemacht. 14 Tage nach der Einreise sollen sie automatisch wieder gelöscht werden.

Das neue System entlaste die Gesundheitsämter, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Sie erfahren schnell und zuverlässig, wer aus einem Risikogebiet kommt und sich in Quarantäne begeben muss.“ Dies könne die Entstehung neuer Infektionsherde vermeiden helfen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) betonte, die neue Internetseite erleichtere auch Bürgerinnen und Bürgern das Leben. „Mit der digitalen Einreiseanmeldung beenden wir endlich die Zettelwirtschaft im Reiseverkehr.“

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