Forschung

Cannabis-Konsum kann bei Jugendlichen eine Depression auslösen

Dirk Thöming
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Cannabis kann depressiv machen, meinen Wissenschaftler. Foto: Jens Nørgaard Larsen/Ritzau Scanpix

Jugendliche, die Cannabis konsumieren, haben ein 37 Prozent erhöhtes Risiko, als Erwachsene an einer Depression zu erkranken, haben britische Forscher herausgefunden.

Wenn Teenager Haschkekse konsumieren oder Joints rauchen, steigt ihr Risiko, als Erwachene an einer Depression zu erkranken um 37 Prozent. Dies haben Forscher der Universitäten Oxford und Mc Gill herausgefunden, meldet die Nachrichtenagentur Ritzau.

23.000 Teilnehmer im Alter von 18 bis 23 Jahren, die allesamt als Teenager Cannabis konsumiert haben, sind von den Forschern befragt worden.

Insbesondere in der Entwicklungsphase sei das Gehirn von Menschen durch die Droge angreifbar. Der Wirkstoff THC lagere sich in Teilen des Gehirns ein, die wichtig für die Entwicklung von Gefühlen, Lernen und rationalem Denken sei.

Als besondere Gefahr nannten die Forscher demzufolge, dass Joints heutzutage immer größere Anteile von THC enthielten.

„Befanden sich in den 1980er und 1990er Jahren noch drei Prozent des Wirkstoffes in einem Joint, gibt es heute Joints mit zehn, 20 oder noch höheren Prozent-Anteilen“, wird Gabriella Gobbi von der Mc Gill-Universität zitiert.

Die Forscher machen darauf aufmerksam, dass ein Cannabis-Verbot den Anteil von Menschen, die im Alter von 20 bis 30 Jahren an einer Depression erkranken, um sieben Prozent verringern könne.

Laut Danmarks Statistik (Zahlen von 2017) haben 41 Prozent der dänischen 16- bis 24-Jährigen bereits einmal Hasch konsumiert - 19,8 Prozent aller Jugendlichen dabei innerhalb des vergangenen Jahres und 7,8 Prozent im vergangenen Monat, ergänzt die Nachrichtenagentur den Bericht der Forscher.

Mehr lesen