Kriminalität

Dänische Anti-Islamisten störten Gottesdienst in Roskilde

Dänische Anti-Islamisten störten Gottesdienst in Roskilde

Dänische Anti-Islamisten störten Gottesdienst in Roskilde

cvt/Ritzau
Roskilde
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Zwei islamfeindliche Aktivisten sind in Roskilde verurteilt worden, weil sie mit einem Megafon den Gottesdienst eines Bischofs gestört haben, der sich zuvor positiv über den Bau einer Moschee geäußert hatte.

Das Stadtgericht in Roskilde hat zwei Angeklagte zu jeweils zehn Tagessätzen von je 200 Kronen (also jeweils 2.000 Kronen) Strafe verurteilt, weil sie einen Gottesdienst in der Domkirche in Roskilde Einsatz eines Megafons gestört haben.

Der 59 Jahre alte Mann und die 53 Jahre alte Frau wollten offensichtlich ihren Unmut darüber zum Ausdruck bringen, dass Bischof Peter Fischer-Madsen, der den Gottesdienst abhielt, die Einrichtung einer Moschee in Roskilde begrüßt hatte.

Die Aktion am 11. August 2017 war laut Staatsanwaltschaft von dem islamfeindlichen Aktivisten Anders Gravers Pedersen initiiert worden. Er ist Vorsitzender des Vereines „Stoppt die Islamisierung Dänemarks“. Pedersen wurde in Roskilde jedoch freigesprochen. Somit wurden nur die beiden Personen verurteilt, die den Gottesdienst aktiv störten. Sie sollen Mitglieder des Vereins sein.

Laut Anklageschrift hatten die beiden, verstärkt durch ein Megafon, mitten im Gottesdienst einen Adhān, also einen muslimischen Ruf zum Gebet, abgespielt. Eine Aufnahme aus dem Dom zeigt das Geschehen. Unter den Kirchgängern bricht Unruhe aus, auch der Bischof zeigt sich verunsichert. Mehrfach versucht er, das Wort zu ergreifen, wird jedoch immer wieder vom Megafon übertönt.

Schließlich kommt es zur Auseinandersetzung zwischen dem Bischof und einer Frau, offenbar der nun Verurteilten. „Wann konvertierst Du zum Islam? Können wir darauf nicht jetzt eine Antwort bekommen?“, ruft die Frau unter anderem. „Darüber würde ich gerne anschließend mit Dir reden“, sagt der Bischof. „Ich möchte diesen Gottesdienst gerne auf würdige Weise abschließen. Niemand hier in der Kirche zweifelt an meinem Standpunkt“, sagt er weiter.

Die Frau lässt sich jedoch nicht bremsen. Minutenlang geht der Wortwechsel weiter, während die staunenden Kirchgänger zusehen.

Die beiden Verurteilten haben nun 14 Tage lang Zeit, in Berufung zu gehen.

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