Namensforschung

Drei Männer namens Ulv

Drei Männer namens Ulv

Drei Männer namens Ulv

Kopenhagen
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Runen auf dem Jellingestein Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Heutzutage dürfen der Schiedsstelle nach die Kinder Dänemarks Altan, Nitte, Aloha Gul (Gelb), Cello, Panda, Ok oder auch Bvadr heißen. Wann es überhaupt dazu kam, dass Menschen sich Namen gaben – dieser Frage ging die Zeitschrift Videnskab nach.

Ein Kamm, rund 150 Jahre nach Christus aus der Hand gelegt, gibt den ältesten heimischen Hinweis auf Namen. In Runenschrift kritzelte jemand „Harja“ auf das Haarpflegeutensil. Ob das Wort auf den Besitzer verweist oder ob es einfach das Wort für Kamm ist, ist der Zeitschrift zufolge nicht zweifelsfrei geklärt.

Später begannen die Menschen, ihre Familie mit Namen von den Nachbarn abzugrenzen. Auf einem Runenstein, errichtet zwischen 500 und 600 nach Christus in Blekinge, nannte ein Mann sich, seinen Vater und den Großvater Hærulv, Hådulv und Hjorulv. Es war, so könnte man folgern, die Familie Ulv aus Schweden.

Im vorderen Orient gibt es frühere Hinweise auf Namen. Im heutigen Irak berichtet eine Herrscherliste vom ersten sumerischen König Enmebaragesi. Das war ungefähr 2.700 vor unserer Zeitrechnung.

Die Sprachforscherin Birgit Anette Rasmussen gibt aber in Videnskab zu bedenken, dass es vermutlich vor den ersten auf Holz, Stein oder Tontafeln hinterlassenen Namenshinweisen wahrscheinlich schon gebräuchlich war, sich mit Namen zu schmücken –vielleicht sogar schon zu der Zeit, als der Mensch zur Sprache fand, zwischen 100.000 und 70.000 Jahren, da sind sich die Wissenschaftler uneins. Sprache, die verklingt, hinterlässt nun einmal keine Spuren.

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