Drogenrazzia

Ermittlungen gegen Polizisten nach Christiania-Razzia

Ermittlungen gegen Polizisten nach Christiania-Razzia

Ermittlungen gegen Polizisten nach Christiania-Razzia

Kopenhagen
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Polizeibeamte auf der sogenannten Pusher Street in Christiania am 28. Mai 2018. Foto: Mathias Øgendal/Ritzau Scanpix

Am Freitag blieb es bis zum Nachmittag ruhig in Christiania, doch die Unruhen am Donnerstag könnten auch für einen Polizisten ein Nachspiel haben. Er soll eine unbewaffnete Frau geschubst haben – die kurz vorher Steine geworfen haben soll, so der Vorwurf der Polizei.

Polizisten haben in Christiania zum siebenten Mal in Folge nach Drogen gefahndet. Während es am Donnerstag zu Ausschreitungen kam, verlief die Durchsuchung nach Polizeiangaben am Freitagvormittag ruhig. Dies berichtet Jyllands-Posten. Am Donnerstag griffen im Umfeld von Nemoland um 16.30 Uhr etwa 100 Personen die Polizei an, als diese vier Drogenhändler verhaften wollte. Sechs Polizisten wurden durch Steinwürfe verletzt. Vier Stunden später bedrohten 20 bis 30 Personen mit Schlagwaffen der Zeitung zufolge die Ordnungskräfte, die sich in ihre Einsatzwagen zurückzogen.

Im Zusammenhang mit den Zusammenstößen kursiert ein Video im Netz, aus dem hervorgeht, dass die Ordnungskräfte hart vorgingen. Zu sehen ist ein Polizist, der eine unbewaffnete Frau vor die Brust stößt, die über ein hinter ihr liegendes Fahrrad fällt und zu Boden geht. Laut Danmarks Radio wird der Fall nun von der internen Ermittlung der Polizei (Uafhængige Politiklagemyndighed) untersucht.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau erhebt Polizeiinspektor Allan Nyring am Freitagnachmittag Vorwürfe gegen die Frau. Seiner Aussage nach soll sie kurz vor dem Vorfall einen großen Stein auf die Polizisten geworfen haben und danach noch einen Stein. Dies zeigt das Video nicht. Polizisten müssten für einen Sicherheitsraum vor ihnen sorgen, so der Polizeiinspektor.

Die Frau wird am Sonnabend dem Haftrichter vorgeführt.

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