Internetzugang bei Prüfungen

Schulleiter sorgen sich um steigende Betrugszahlen

Schulleiter sorgen sich um steigende Betrugszahlen

Schulleiter sorgen sich um steigende Betrugszahlen

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Bei vielen Prüfungen dürfen Schüler an Gymnasien mittlerweile das Internet nutzen. Schulleiter warnen davor, dass dadurch die Versuchung groß sei, zu betrügen. Experten halten den Internetzugang trotzdem für notwendig, um Realitätsnähe zu wahren.

Bei vielen Prüfungen dürfen Schüler an Gymnasien mittlerweile das Internet nutzen. Schulleiter warnen davor, dass dadurch die Versuchung groß sei, zu betrügen. Experten halten den Internetzugang trotzdem für notwendig, um Realitätsnähe zu wahren.

Für die Gymnasien im Land steht die Prüfungszeit vor der Tür. An vielen dürfen die Schüler heutzutage bei einer Reihe von Prüfungen ihre Computer und das Internet benutzen, um ihre Aufzeichnungen zu verwalten. Bei den Schuldirektoren sorgt dies hingegen in zunehmendem Maße für Sorgenfalten auf der Stirn, da immer mehr Schüler durch diese Möglichkeit in Versuchung gebracht werden, während der Prüfung zu betrügen.

12 Schulleiter bestätigten bei TV2, dass sie den Internetzugang als größer werdendes Problem ansehen. Gleichzeitig zeigt eine Umfrage unter 1.100 Schülern, dass 6,5 Prozent von ihnen bereits während einer schriftlichen Prüfung unerlaubte Mittel benutzt haben.

Eine der besorgten Schulleiterinnen ist Pia Sadolin vom Gymnasium in Brøndby. „Wir erleben, dass Schüler über verschiedene Dienste miteinander kommunizieren, ohne, dass wird dies wirklich mitbekommen können“, so Sadolin zu TV2. Zwei Schüler habe sie bereits dabei erwischt, doch sie sei sicher, dass die Zahl noch deutlich höher liege.

Internet ist wichtig

Die Vorsitzende vom Schulleiter Verband Danske Gymnasier, Anne-Birgitte Rasmussen, ist ebenfalls der Meinung, dass ein Risiko für Betrug besteht, wenn der Internetzugang bei der Prüfung erlaubt ist, aber sie hält dies trotzdem für notwendig. „Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Jugendlichen ins Internet können und so arbeiten, wie es in der realen Welt auch getan wird, daher brauchen sie den Zugang zum Internet. Gleichzeitig müssen wir aber natürlich aufpassen, dass sie nur dies damit machen, was auch erlaubt ist“, so Rasmussen. Daher ist sei der Meinung, dass die Strafen für Betrug erhöht werden sollten. Sie wünsche sich, dass Schüler bei Betrugsversuchen direkt durch alle Prüfungen fallen, die zu diesem Zeitpunkt noch offen sind, so dass das Schuljahr wiederholt werden müsse.

40 Prozent der befragten Schüler bestätigten, dass es leicht sei, während der Prüfungen zu betrügen. Beliebte Mittel sind dabei Soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook, über die sich mit Freunden über Aufgaben und Lösungen ausgetauscht wird.

Gegenmaßnahmen

Manche Schulen sind bereits dabei Maßnahmen durchzuführen, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Am Gymnasium in Brøndby werden beispielsweise stichprobenartig Log-Dateien der Schüler überprüft, die Aufschluss darüber geben, welche Programme und Dienste auf dem Computer genutzt wurden.

Um Schulen aber noch bessere Handlungsmöglichkeiten zu geben, tritt nach den Sommerferien eine neue Vereinbarung in Kraft, die es Schulen erlaubt, noch schärfere Sanktionen gegen betrügende Schüler zu verhängen.

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