Verkehr

Snapchat auf dem Fahrrad: 6 von 10 Jugendlichen sind im Straßenverkehr abgelenkt

Snapchat auf dem Rad: 6 von 10 Jugendlichen im Straßenverkehr abgelenkt

Snapchat auf dem Rad: 6 von 10 Jugendlichen abgelenkt

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Beide Hände am Lenker: Sechs von zehn Jugendlichen geben zu, dass das bei ihnen nicht immer der Fall ist. Foto: Mathias Løvgreen Bojesen/Ritzau Scanpix

Eltern in der Verantwortung: Rat für Verkehrssicherheit rät zu Gesprächen mit den Kindern. Immer wieder gibt es Unfälle wegen unaufmerksamem Nachwuchs.

Die eine Hand am Lenker – die andere tippt eine Antwort bei Snapchat, wechselt den Song bei Spotify oder sucht auf Maps nach dem Weg.

Sechs von zehn befragten Jugendlichen haben dieses Verhalten in einer Untersuchung des Analyseinstituts Wilke bestätigt, die im Auftrag des Rates für Verkehrssicherheit und der Stiftung TrygFonden ausgeführt wurde. Insgesamt 876 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren wurden befragt.

„Das ist besorgniserregend, weil wir zugleich wissen, dass es gefährlich ist, unaufmerksam zu sein, wenn man im Verkehr unterwegs ist“, sagt Projektleiterin Rosa Nissen vom Rat für Verkehrssicherheit.

Ihr zufolge ist die Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr besonders gefährlich. „Was wir bei Unfällen mit Jugendlichen sehen, ist, dass Situationen entstehen können, wo sie die Vorfahrt oder rote Ampeln übersehen, weil sie von etwas anderem eingenommen sind und ihren Kopf im Bildschirm haben“, so Nissen.

Zahl der schweren Unfälle mit Fahrrädern hat zugenommen

Die offizielle Unfallstatistik des Straßendirektorates für 2018 zeigt, dass es im vergangenen Jahr 921 verletzte oder getötete Fahrradfahrer in Dänemark gab. Das ist die höchste Zahl seit 2008.

Wie viele der Unfälle der Ablenkung durch Mobiltelefone geschuldet sind, ist nicht erfasst. Doch Nissen sagt, dass Unaufmerksamkeit eine häufige Ursache sei.

„Und wir haben den Verdacht, dass Mobiltelefone Schuld an einem Großteil der Unaufmerksamkeit sind, da sie Teil des Alltages vieler sind und sie viel beschäftigen – auch im Verkehr“, sagt die Projektleiterin.

Der Rat ruft Eltern dazu auf, ihre Kinder dazu zu bringen, das Mobiltelefon nicht anzurühren, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind.

„Auch wenn Eltern denken, dass es in diesem Alter hoffnungslos ist, durchzudringen, zeigen unsere Untersuchungen, dass Eltern doch ein Wort mitzureden haben, wenn es um das Verhalten der Jugendlichen im Verkehr geht“, sagt Rosa Nissen, die ein kurzes und möglichst unkompliziertes Gespräch vorschlägt.

Die Polizei kontrolliert dieser Tage – passend zum Schulbeginn – verstärkt, ob am Fahrradlenker oder hinterm Steuer des Autos Mobiltelefone benutzt werden.

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