Brustkrebsskandal

Späte Untersuchung

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Ringsted/Aarhus
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Foto: Brian Karmark/Ritzau Scanpix

Um Zeit und Geld zu sparen, wurden im Ringsteder Krankenhaus auf Seeland Brustuntersuchungen mangelhaft durchgeführt. An sich Skandal genug, hätte die zuständige Behörde weitaus früher eingreifen können, berichtet Jyllands-Posten.

Der Skandal um mangelhafte Brustuntersuchungen im Ringsteder Krankenhaus hätte ein knappes Jahr früher aufgedeckt werden können, wenn die Beschwerdestelle innerhalb der Behörde für Patientensicherheit schnell auf den Hinweis eines Oberarztes reagiert hätte. Dies berichtet die Zeitung „Jyllands-Posten”.

Im Dezember 2016 hatte ein Oberarzt des genannten Krankenhauses der Beschwerdestelle in der Behörde für Patientensicherheit (Klagecentret i Styrelsen for Patientsikkerhed) berichtet, dass die betreffende Abteilung des Hauses nicht die nationale Richtlinie befolge. Frauen, vom Hausarzt mit Verdacht auf Brustkrebs ins Krankenhaus geschickt, erhielten nur eine von drei Untersuchungen. Erst elf Monate später, im November 2017, gab die Beschwerdestelle die Sache weiter an die Aufsichtseinheit der Behörde, die ermächtigt ist, gegenüber einem Krankenhaus einzugreifen.

Bei neun Frauen, die diese unzureichenden Untersuchungen erhielten, wurde zwischenzeitlich Brustkrebs diagnostiziert.

Für Niels Kroman, Chefarzt und bei der Krebshilfe Kræftens Bekæmpelse tätig, ist das ein zu langer Zeitraum. Dies sei ein Systemfehler, der die Sicherheit der Patienten gefährde, so Kroman. Auch der Direktor der Patientenorganisation Danske Patienter, Morten Freil, sieht das so. Es sei besorgniserregend, wenn elf Monate ins Land gingen, bevor reagiert wird, so Freil. Eine Reaktion müsse prompt geschehen.

Die Direktorin der 2018 gegründeten Behörde für Patientenbeschwerden (Styrelsen for Patientklager), Lizzi Krarup Jakobsen, kündigte an, über die Art und Weise nachzudenken, wie die Behörde Vorgänge untersucht, um schneller auf alarmierende Meldungen zu reagieren. Es ginge um Ressourcen und Priorisierungen so Jakobsen zu „Jyllands-Posten”. Aufgabe ihrer Behörde ist es seit Sommer 2018, Beschwerden von Patienten zu bearbeiten.

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