Schutzgelderpressung

Spendenaktion an Bäcker erreicht 360.000 Kronen

Spendenaktion an Bäcker erreicht 360.000 Kronen

Spendenaktion an Bäcker erreicht 360.000 Kronen

jt/ritzau
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Der Besitzer einer zerstörten Bäckerei im Kopenhagener Stadtteil Tingbjerg hat wieder Grund zum Lächeln. Eine Spendenaktion ermöglicht ihn nun eine Wiedereröffnung seines Ladens, nachdem der von Kriminellen zerstört wurde, weil kein Schutzgeld gezahlt wurde.

360.000 Kronen, so viel Geld hat eine Spendenaktion für einen Bäcker aus dem Kopenhagener Stadtteil Tingbjerg eingesammelt. Am vergangenen Sonntag wurde der Bäckerladen von Ali Parnian von unbekannten Tätern zerstört, weil er sich weigerte, Schutzgeld zu zahlen.

Der Bäcker, der laut eigener Aussage keine Versicherung für seinen Laden zeichnen konnte, weil es sich um ein sozial belastetes Wohngebiet handelt, musste die Schäden aus eigener Tasche bezahlen. Doch eine Spendeninitiative hat bisher 360.000 Kronen von insgesamt 10.000 Unterstützern für den Wiederaufbau des Ladens eingesammelt. „Ich bin überwältigt und weiß gar nicht, wie ich den Leuten danken soll“, so der Bäcker.

Mette Abildgaard, Fraktionsvorsitzende der Konservativen, zeigt sich verwundert. „Es kann nicht angehen, dass man in Dänemark in besonderen Stadtteilen für sein Geschäft keine Versicherung unterzeichnen kann. Es ist aber schön, dass Parnian trotz allem wieder ein Geschäft eröffnen will", so Abildgaard.

Parlian überlegt nun, ein Restaurant oder ein Café im Stadtteil Valby zu öffnen – auf jeden Fall irgendwo, wo man eine Versicherung unterzeichnen kann, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Die dänische Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) besuchte am Dienstag den zerstörten laden Parnians. „Es ist schön, dass du den Mut hast wieder von vorne anzufangen. Du wirst von vielen unterstützt“, so Støjberg zu Parnian und ergänzt: „Hut ab, dass du zur Polizei gegangen bist. Das ist die korrekte Handhabung einer solchen Situation.”

Bisher tappt die Polizei bei der Tätersuche im Dunkeln.

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