Corona-Krise

180 Millionen für dänische Medien

180 Millionen für dänische Medien

180 Millionen für dänische Medien

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Der Eigner der Zeitung „Helsingør Dagblad", North Media Aviser A/S, will die Zeitung verkaufen. Gelingt dies nicht, soll sie geschlossen werden. Foto: Keld Navntoft/Ritzau Scanpix

Medien in Dänemark stehen in der Corona-Krise unter finanziellem Druck. Ein erstes Hilfspaket brachte der Kulturministerin harsche Kritik ein. Nun hat sie einen zweiten Vorschlag unterbreitet.

Die Regierung will den unter Druck geratenen Medien helfen. Dies bestätigte Kulturministerin Joy Mogensen (Soz.) gegenüber dem Sender Danmarks Radio. Das nun ins Spiel gebrachte neue Hilfspaket hat ein Volumen von 180 Millionen Kronen. Aufgrund der Corona-Krise sind vor allem lokale Medien in wirtschaftliche Not geraten, weil Unternehmen weniger Anzeigen schalten.

Die privaten Medien seien ein Teil der Demokratie. Es bestehe Gefahr, dass diese Demokratie und der gemeinsame Austausch beeinträchtigt werden, so Mogensen.

Dem Sender zufolge ist die Hilfe gestuft, besonders betroffene Medien können bis zu 80 Prozent der verloren gegangenen Werbeeinnahmen vom Staat erstattet bekommen.

Über ein Hilfspaket für dänische Medien gab es Streit. Eine Verhandlung mit verschiedenen Parteien am Montag ging erfolglos zu Ende. Politische Sprecher einiger Parteien kritisierten die Ministerin für das Volumen ihrer Hilfe. Lokale und regionale Medien sollten 23 Millionen Kronen erhalten, Wochenzeitungen 12,5 Millionen. Dies wurde als zu wenig betrachtet.

Die Zeitung „Berlingske“ hatte bereits Entlassungen angekündigt, bei „Altinget“ sind sie Wirklichkeit geworden, und das „Helsingør Dagblad“ wird von seinem Eigner zum Verkauf angeboten. Sollte der Verkauf nicht glücken, soll die Zeitung geschlossen werden.

Der medienpolitische Sprecher der Radikalen, Jens Rohde, unterstützt in der Zeitung „Politiken“ den Vorschlag. Allerdings sollten die Medien den Verlust erstattet bekommen, den sie reell haben, ohne dass es eine Deckelung gebe, so Rohde. Das Hilfspaket soll am Mittwoch verhandelt werden.

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