Gesundheit

Analyse: Løkkes Gesundheitsreform verschlechtert das Gesundheitswesen

jrp/Ritzau
Kopenhagen
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Immer mehr ältere dänische Bürger lassen die Kosten für das Gesundheitswesen steigen. Foto: dpa

Experten meinen, dass die Regierung nicht genügend Geld für die geplante Gesundheitsreform zur Verfügung stelle. Der Grund dafür liegt in der demografischen Entwicklung.

Laut einer Antwort des Finanzministeriums müssten bis 2025 etwa 12,5 Milliarden Kronen mehr für die Gesundheit der Bürger bereitgestellt werden, um den derzeitigen Standard zu halten. Der Grund dafür liegt in der demografischen Entwicklung. Es wird immer mehr ältere Menschen im Land geben, die mehr medizinisches Personal und Medikamente benötigen. Das geht aus einer Analyse der Interessenorganisation Arbejderbevægelsens Erhvervsråd hervor.

Für die Reform, die die Regierung zurzeit plant, sind bisher 6 Milliarden Kronen vorgesehen, die aus Einsparungen stammen, die unter anderem aus der Auflösung der Regionen und der Umverteilung staatlicher Aufgaben stammen sollen.

Forderung: Steuern und Eigenleistungen erhöhen

So viel Geld sei jedoch durch diese Maßnahmen nicht zu sparen, moniert Jes Søgaard, Professor für Gesundheitsökonomie an der Süddänischen Universität, und fährt fort: „Die Qualität unseres Gesundheitswesens wird sich verschlechtern, wenn nicht mehr Gelder bereit gestellt werden.“

Er schlägt den Politikern in einem Interview mit Information vor, die Steuern zu erhöhen, Eigenleistungen zu erhöhen oder noch schärfere Prioritäten zu setzen.

Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby (Venstre) erklärte dagegen in einer Antwort an Information, dass es sich nicht nur um 6 Milliarden Kronen handle. „Diese Summe ist zusätzlich zu weiteren Investitionen in die Gesundheit der Bürger geplant. Gleichzeitig haben wir auch einen Fokus auf die demografische Entwicklung“, heißt es von ihr.

Die Regierung verhandelt die Gesundheitsreform zurzeit allein mit der Dänischen Volkspartei.

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