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Forscher fühlen sich von Behörden unter Druck gesetzt

Forscher fühlen sich von Behörden unter Druck gesetzt

Forscher fühlen sich von Behörden unter Druck gesetzt

dodo/Ritzau
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Forscher in Dänemark stehen zunehmend unter Druck. Foto: Gonzales Photo Simon Skipper / Gonzales Photo / Ritzau Scanpix

Immer wieder wird Druck auf Forscher in Dänemark ausgeübt, ihre Ergebnisse zu ändern oder diese später zu veröffentlichen. Vor allem, wenn sie für Behörden oder Ministerien arbeiten. So das Ergebnis einer neuen Untersuchung.

Viele Forscher in Dänemark werden bezüglich ihrer Forschungsergebnisse zunehmend unter Druck gesetzt, wenn sie für öffentliche Behörden oder Ministerien arbeiten. Das zeigt laut der Zeitung „Information“ eine neue Untersuchung des Akademiker-Verbandes „Dansk Magisterforening“.

5.000 Mitglieder wurden in einer Umfrage befragt, 762 antworteten.

Das Ergebnis der Untersuchung: 15 Prozent der Forscher, die von einer Behörde für eine Studie beauftragt wurden, wurden von dieser unter Druck gesetzt, die Forschungsergebnisse zu ändern. Von 10 Prozent der Forscher wurde verlangt, die Veröffentlichung der Ergebnisse zu verschieben, während 7 Prozent die Ergebnisse auf Druck der Behörden gar nicht veröffentlichen sollten.

„Dies zeigt, dass es großen Bedarf danach gibt, die Forschungsfreiheit besser zu schützen. Vor allem von Forschern, die mit Behörden arbeiten“, sagt Camilla Gregersen, Vorsitzende von Dansk Magisterforening, zu „Information“.

Druck zeigt Wirkung

Laut Untersuchung zeigt der ausgeübte Druck zunehmend Wirkung bei den Forschern.

Jeder Fünfte gab an, dass er durch den ausgeübten Druck seine Forschungsergebnisse geändert hat. Drei von vier sagten, sie hätten aufgrund des Drängens die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse verschoben. Und etwas weniger als die Hälfte gab an, auf eine Veröffentlichung ganz verzichtet zu haben.

Ausbildungs- und Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen (Sozialdemokraten) findet das Resultat der Untersuchung beunruhigend.

„Forschung sollte unabhängig sein, egal wer diese in Auftrag gibt oder bezahlt. Es ist nicht das erste Mal, dass ich von so etwas höre. Das ist nicht in Ordnung. Es muss sich etwas ändern“, so die Ministerin.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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