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Linksparteien: Kamine in Haushalten mit Fernwärme verbieten

Linksparteien: Kamine in Haushalten mit Fernwärme verbieten

Linksparteien: Kamine in Haushalten mit Fernwärme verbieten

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Ob mit Holz oder Pellets: Kamine sollen aus Wohngebieten verschwinden, meinen Einheitsliste und Volkssozialisten. Foto: Heidi Lumb/Unsplash

Einheitsliste und Sozialistische Volkspartei wollen sich dafür einsetzen, dass Kamine in Häusern, die mit Fernwärme versorgt sind, untersagt werden. Umweltschützer begrüßen das: So könnten Leben gerettet werden.

Es ist kein unbedingt populärer Vorschlag – doch er kann möglicherweise Leben retten.

So urteilt die Umweltorganisation Det Økologiske Råd (Der Ökologische Rat) über einen Vorschlag der beiden Linksparteien Einheitsliste und Sozialistische Volkspartei (SF), Kamine in Haushalten mit Fernwärmeanschluss zu verbieten.

„Ganz viele Politiker haben sich entschieden, nicht tätig zu werden, weil es ein brisantes Thema ist, Kamine zu regulieren, die in Privathäusern stehen. Jetzt gibt es glücklicherweise einige mutige Politiker, die den Stier an den Hörnern packen, um das Problem zu lösen“, sagt Kåre Press-Kristensen, Chefberater beim Ökologischen Rat, der trotz des offiziell klingenden Namens keine staatliche Einrichtung ist.

Aus einem Bericht des nationalen Energie- und Umweltzentrums aus dem Jahr 2017 geht hervor, dass jedes Jahr 550 Menschen in Dänemark frühzeitig durch luftverschmutzende Partikel aus Kaminen und Heizöfen sterben.

Press-Kristensen nennt die Emissionen aus den Holz- und Pelletöfen eines der größten Verschmutzungsprobleme in Dänemark.

„Ein Verbot würde viele Todesfälle verhindern, würde verhindern, dass viele erkranken, und zugleich würde es dafür sorgen, dass wir den internationalen Verpflichtungen nachkommen, die gesundheitsschädliche Partikelverunreinigung zu reduzieren“, sagt er.

Forscher: Wohngebiete werden so entlastet

Seine Organisation geht sogar so weit zu fordern, dass auch in Häusern ohne Fernwärmeanschluss, dafür aber mit Gasanschluss keine Kamine mehr in Betrieb genommen werden dürfen. „Auf längere Sicht auch bei Elektroheizung, aber wenn man bei Haushalten mit Fernwärme beginnt, pflückt man die Früchte, die am tiefsten hängen, zuerst“, so Press-Kristensen.

Torben Sigsgaard, Professor an der Uni Aarhus, würde ein Verbot für Kaminbetrieb in dicht besiedelten Gegenden begrüßen. „Und meistens gibt es Fernwärmeanschluss in den dicht besiedelten Gebieten, hier wird man also auch den größten Effekt sehen, wenn man ein Verbot einführt“, sagt der Forscher des Instituts für Volksgesundheitswissenschaft.

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Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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