Glaubwürdigkeit

Mette Frederiksen und Lars Løkke haben ein Problem

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Kopenhagen
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Mette Frederiksen (l.) und Lars Løkke Rasmussen wollen beide das Land regieren. Foto: Søren Bidstrup/Ritzau Scanpix

Die beiden Staatsministerkandidaten sind in Sachen Glaubwürdigkeit schlecht beziehungsweise schlechter im Rennen.

Staatsminister und Venstrechef Lars Løkke Rasmussen hat in den Augen der dänischen Wähler schon seit langem ein Problem mit der Glaubwürdigkeit. Nun scheint seine Rivalin, Mette Frederiksen (Sozialdemokraten), hier auch mitmischen zu können, wenn man aktuellen Analysen in sowohl Børsen als auch Jyllands-Posten glauben schenken darf.

Börsens Greens-Umfrage zeigt, dass Frederiksen im Vergleich zu 2015, als sie Vorsitzende der Sozialdemokraten wurde, hinsichtlich ihres Ansehens hat Federn lassen müssen. Damals sahen 58 Prozent Mette Frederiksen als den glaubwürdigsten Staatsministerkandidaten m/w. im direkten Vergleich mit Venstre-Chef Løkke. Nun ist Frederiksen auf lediglich 35 Prozent abgerutscht, während Løkke sich im Ranking von 19 auf 20 Prozent verbessert hat.

Wahlforscher Rune Stubager von der Uni Aarhus meint, dass dieses Ergebnis bei den Sozialdemokraten Sorgenfalten auslösen müsste. Denn es habe ja im Vorfeld eigentlich keine direkte Diskussion über die Glaubwürdigkeit von Mette Frederiksen gegeben. Der politische Sprecher der Sozialdemokraten, Nicolai Wammen, legt aber größeren Wert darauf, dass weit mehr Wähler Mette Frederiksen ihrem Rivalen Lars Løkke vorziehen – sowohl wenn es um Glaubwürdigkeit als auch darum geht, wen sie generell als Staatsminister wünschen. Experten meinen, dass es Mette Frederiksen schon geschwächt habe, dass andere im roten Block sich als Staatsministerkandidaten gemeldet haben: EL-Chefin Pernille Skipper oder auch der alternative Uffe Elbæk.

Frederiksen führe zwar weiter klar, aber sie habe generell an Boden verloren – in einer Periode, wo Lars Løkke große Herausforderungen gehabt habe mit seinen beiden Regierungen. Laut Jyllands-Posten und Altinget wollen 30 Prozent Mette Frederiksen als Staatsministerin – 22 Prozent deuten auf Lars Løkke, während immerhin 32 Prozent keine(n) von beiden wollen. 16 Prozent wissen nicht, was oder wen sie wollen. Interessant ist auch, dass 37 Prozent meinen, dass eine bürgerliche Regierung die Ausländerpolitik am besten steuert, während 31 Prozent auf eine von den Sozialdemokraten geführte Regierung verweisen.

Übrigens: Experten meinen generell, dass DF-Chef Kristian Thulesen Dahl bei vielen bürgerlichen Wählern der Staatsministerkandidat Nr. 1 ist. Er hat seine Ansprüche aber (noch) nicht angemeldet.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine neue Laufbahn“