Gesundheit

Zahl der chronisch Kranken steigt

Zahl der chronisch Kranken steigt

Zahl der chronisch Kranken steigt

Aalborg/Odense
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Diabetiker müssen oder sollten den Blutzucker regelmäßig selbst überprüfen. Foto: Morten Germund/Ritzau Scanpix

Laut einer neuen Studie sind zwei Drittel der Dänen chronisch krank, 2015 waren es der Gesundheitsbehörde nach ein Drittel. Die Regionen fordern mit Blick auf die neuen Zahlen mehr Geld. Gesundheitsexperte Kjeld Møller Petersen ordnet im Gespräch mit dem „Nordschleswiger" die neue Studie ein.

Rund zwei von drei Dänen über 16 Jahre leiden unter einer chronischen Krankheit oder müssen ihr Leben mit mehreren langwierigen Leiden meistern. Das zeigt eine neue Studie der Universität Aalborg – laut Universität die bisher größte Studie.

Bis jetzt galten laut Studie der Gesundheitsbehörde aus dem Jahr 2015 ein Drittel der dänischen Bevölkerung als chronisch krank; Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte und Atemwegserkrankungen sind die häufigsten chronischen Krankheiten.

Die neue Studie hat ihren Weg in die Politik gefunden. Nach der Sommerpause wird die Regierung mit den Regionen über die finanzielle Ausstattung der Regionen verhandeln, letztere sind für die Gesundheitsversorgung der Bürger zuständig. Karin Friis Bach (Radikale), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Regionen fordert angesichts der Zahlen mehr Mittel. Laut Nachrichtenagentur Ritzau wollen die Regionen mindestens 2 Milliarden Kronen mehr haben.

Kjeld Møller Petersen, Professor für Gesundheitswirtschaft an der Syddansk Universitet, Odense, macht im Gespräch mit dem „Nordschleswiger” darauf aufmerksam, dass die beiden genannten Studien verschiedene Quellen nutzen. „Es ist nicht so, dass die Menschen in Dänemark in so kurzer Zeit kranker geworden sind”, so Petersen.

Seinen Worten nach wurden in der Studie der Gesundheitsbehörde Menschen befragt und die Antworten ausgewertet. In der Studie aus Aalborg zogen die Forscher das dänische Gesundheitsregister heran. Er sieht aber eine Tendenz: „Man kann schon sehen, dass die Zahl der chronisch Kranken zunimmt.” Das liege daran, dass die Menschen immer älter würden. „Durchschnittlich leiden die Dänen zwischen 16 und 45 unter einer chronischen Krankheit, die über 75 unter 4,5", erläutert Petersen.

Seiner Meinung nach sollte die Strategie aus dem Jahr 2017, chronisch Kranke nicht mehr in Krankenhäusern, sondern in Hausarztpraxen zu behandeln, weiterverfolgt werden. Dies würde die Krankenhäuser entlasten. Auf die Frage, ob die Zahl der chronisch Kranken zu drücken wäre, sollten sich alle im Land gesund ernähren, antwortet der Gesundheitsexperte: „Nicht markant, vielleicht ein kleines bisschen, längst nicht alle Krankheiten lassen sich zu 100 Prozent durch Vorbeugung verhindern.”

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