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Lkw-Bußgelder: „Zwischen Fehlern und Schlamperei differenzieren“

Lkw-Bußgelder: „Zwischen Fehlern und Schlamperei differenzieren“

Lkw-Bußgelder: „Zwischen Fehlern und Schlamperei differenzie

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: Bonnerup Claus/Ritzau Scanpix

Ab dem Jahreswechsel werden die Bußgelder bei Fehlern an Lkw und Bussen deutlich erhöht. Blödsinnig, meint ein Experte.

Schnee auf dem Dach, defekte Bremsen und abgenutzte Reifen. Das sind einige der vielen Fehler, die ab dem Jahreswechsel Lkw-Fahrer und ihre Arbeitgeber viel Geld kosten können. Denn die Bußgelder für derartige Mängel werden teilweise um das Zehnfache erhöht, berichtet der Nachrichtensender DR Sjælland.

Der Besitzer des Fahrzeuges bekommt dann beim erstmaligen Gesetzesverstoß bezüglich der Fahrzeugsicherheit ein Bußgeld in Höhe von 10.000 Kronen. Der Fahrer erhält zusätzlich ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Kronen. Sollte er bei einer späteren Gelegenheit abermals ein Fahrzeug mit Fehlern fahren und dabei erwischt werden, wird das Bußgeld nochmals auf 10.000 Kronen verdoppelt.

Die neuen und verschärften Sanktionen sind das Ergebnis einer im Frühjahr vorbereiteten Vereinbarung im dänischen Parlament. Ausschlaggebend für das verschärfte Gesetz waren unzählige Fälle von Bussen und Lkw, die bei Kontrollen zum Teil grobe Sicherheitsmängel aufwiesen.

Differenzieren

Bei den Kontrollen müsse die Polizei jedoch auch zwischen Schlamperei und Fehlern, die nicht offensichtlich sind, differenzieren, meint der Abteilungsleiter der Branchenorganisation für den internationalen Güterverkehr ITD, Jørn-Henrik Carstens.

„Es ist selbstverständlich in Ordnung, dass bei ganz offensichtlichen Verstößen auch Bußgelder verteilt werden. Ungerecht wird es aber, wenn der Fahrer für Fehler büßen muss, die er vielleicht gar nicht sehen oder kontrollieren kann“, so Carstens in einer Stellungnahme.

Keine Veränderungen

Obwohl die verschärften Bußgeld-Regeln unter der bürgerlichen VLAK-Regierung vereinbart wurden, erklärt der transportpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Thomas Jensen, dass er der Vereinbarung keine Veränderungen hinzufügen möchte.

„Ich habe Verständnis dafür, dass Lkw-Fahrer die Bußgelder als zu hoch einschätzen. Deshalb haben wir (die Sozialdemokraten, Red.) uns bei den Verhandlungen auch dafür eingesetzt, dass die Fahrer nicht betroffen werden. Doch die Mehrheit war dagegen“, so Jensen zu DR Sjælland.

Trotz der großen Aufmerksamkeit der verschärften Gesetze hat sich Fuhrunternehmer Michael Jepsen von Jepsen & Fredsholm aus Woyens/Vojens nicht tiefgründig damit beschäftigt. Das erklärt er gegenüber dem „Nordschleswiger“. „Ist es denn nicht eine Voraussetzung, dass unsere Lkw sicher sind“, fragt er. „Das Arbeitsmaterial muss ganz einfach in Ordnung sein. Deshalb sorge ich dafür, dass meine Lkw laufend gewartet werden“, unterstreicht er.

Selbstverständlich könnten auch er oder einer seiner Fahrer in einer Kontrolle ein Bußgeld bekommen. „Das ist dann mein eigener Fehler. Die Leidtragenden der neuen Gesetze sind die Fahrer“, so Jepsen, der unter anderem seit Jahren Milchprodukte der Brauderuper Ökomeierei Naturmælk transportiert.

Die Kontrolleinheit der Polizei für Schwerlast (Tungvognscenter Øst) hat 2019 bislang bei Kontrollen von in- und ausländischen Lkw in 65 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge Fehler gefunden.

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