Klima & Politik

Klimaforscher: Veränderungen brauchen Zeit, doch die Zeit wird knapp

Klimaforscher: Veränderungen brauchen Zeit, doch die Zeit wird knapp

Veränderungen brauchen Zeit, doch die Zeit wird knapp

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Die 16-jährige Greta Thunberg liest den Spitzenpolitikern auf der UN-Klimakonferenz am Montag die Leviten. Foto: Carlo Allegri/Reuters/Ritzau Scanpix

Es ist ein Dilemma: Einerseits brauchen die Länder der Erde Zeit, ihre Volkswirtschaften umzustellen, um die CO2 Emission in den Griff zu bekommen. Andererseits wird die Zeit knapp, sagt ein Klimaforscher von der Universität Kopenhagen.

Nach dem Ende des UN-Klimagipfels in New York und der wütenden Rede der jungen Klimaaktivistin Greta Thunberg sieht der Klimaforscher Jens Hesselbjerg Christensen von der Universität Kopenhagen die Welt vor einem Dilemma: Um den Klimawandel zu begrenzen, brauche es große Veränderungen, die sehr viel schneller als bisher umgesetzt werden müssten, so Christensen. Doch sei es vorhersehbar, dass es Zeit brauche, bis die Länder der Welt diese Veränderungen vollständig durchführen. Dies müssten alle Menschen akzeptieren. „Positiv ist aber, dass es eine Reihe von Ländern gibt, die vorangehen und ambitionierter voranschreiten wollen, als in der Klimavereinbarung von Paris vereinbart“, so Christensen, der beklagt, dass sich eine Reihe von Ländern nicht festlegen will.

Christensen macht gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau deutlich, dass der UN-Klimagipfel außerhalb der Reihe lief. Vereinbarungen würden auf den großen Klimatreffen beschlossen, bekannt unter dem Kürzel COP. Der nächste findet im Dezember dieses Jahres in Chile statt.

Unterdessen fordern die Radikalen und die Sozialistische Volkspartei im Hinblick auf den Klimaschutz, Ölfirmen keine neuen Genehmigungen für die Rohölgewinnung in der Nordsee zu erteilen. Insgesamt bewerben sich vier ausländische Ölgesellschaften, in der sogenannten 8. Angebotsrunde, 30 Jahre lang bis 2055 in der Nordsee Öl zu fördern. Auch die Einheitsliste wünscht keine neue Ausschreibung der Förderrechte. Dessen klimapolitischer Sprecher will Klimaminister Dan Jørgensen (Sozialdemokraten) zu dieser Sache hören. Der Staat verdiente an der Ölgewinnung in der Nordsee im vergangenen Jahr acht Milliarden Kronen.

Vor einigen Tagen teilte der französische Unternehmen Total mit, als Eigner das dänische Gasfeld für drei Jahre zu schließen, danach soll es für 25 weitere Jahre in Betrieb sein. Jesper Frost Rasmussen, Bürgermeister von Esbjerg, sagte in Danmarks Radio, die Nutzung des Gasfeldes sei für Esbjerg wirtschaftlich von allergrößter Bedeutung.

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