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Deutsche Strafen für illegale Beschäftigung deutlich höher als in Dänemark

Deutsche Strafen für illegale Beschäftigung deutlich höher als in Dänemark

Illegale Arbeit: Deutschland straft härter als Dänemark

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Kopenhagen
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Illegale Beschäftigung ist laut Kritik von DF und Einheitsliste in Dänemark für Unternehmer finanziell weniger riskant als in Deutschland (Symbolfoto). Foto: Cornelius von Tiedemann

Kritik kommt von links und rechts an der dänischen Praxis, vergleichsweise geringe Zahlungen von Unternehmen zu verlangen, die Arbeitskräfte widerrechtlich beschäftigen. Norwegen und Schweden dienen den Politikern als Vorbild.

Der dänische Arbeitsmarkt gilt vielen deutschen Politikern als vorbildlich. Beim Vorgehen gegen illegale Beschäftigung allerdings geht der neidische Blick in die andere Richtung: Bis zu 500.000 Euro (3,7 Millionen Kronen) müssen deutsche Firmen an Strafe zahlen, wenn sie überführt werden, illegale Arbeitskräfte beschäftigt zu haben. In Dänemark liegt die Strafe bei 10.000 Kronen pro illegal Beschäftigtem pro angefangenem Arbeitsmonat.

Das berichtet das Gewerkschaftsblatt „Fagbladet 3F“ unter Berufung auf Angaben des Ausländer- und Integrationsministeriums.

Politiker der rechten Dänischen Volkspartei und der linken Einheitsliste sprechen sich bezüglich des Vergleichs dafür aus, die Strafen in Dänemark deutlich anzuheben. „Wir sind feste Anhänger dessen, dass die Strafen dem entsprechen sollen, was die Arbeitgeber an der illegalen Arbeitskraft verdient haben. So stellen wir sicher, dass die großen Unternehmen, die systematisch illegale Arbeitskraft nutzen, auch eine richtig hohe Strafe bekommen, die in der Bilanz spürbar ist“, so der Enheitslisten-Abgeordnete Christian Juhl.

Er verweist auf das Staffelmodell, das es in Schweden und Norwegen gibt. Dabei wird die Strafe dem Einkommen des Arbeitgebers angepasst.

Bjarke Refslund, Arbeitsmarktforscher an der Uni Aalborg, hält höhere Strafen für eine sinnvolle Maßnahme. Dies könne abschrecken, sagt er. Doch zugleich müsse es auch mehr behördliche Aufsicht geben.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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