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Nerzzüchter warten weiterhin auf Erstattung

Nerzzüchter warten weiterhin auf Erstattung

Nerzzüchter warten weiterhin auf Erstattung

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Im November vergangenen Jahres entschied die Regierung, dass alle Nerzbestände des Landes gekeult werden müssen, um die Ausbreitung eines mutierten Coronavirus zu stoppen. Foto: Birgitte Carol Heiberg/Jysk Fynske Medier/Ritzau Scanpix

Zweieinhalb Monate nach der Order der Regierung, alle Nerze im Land zu töten, um eine auffällige Coronavirus-Mutation einzudämmen, fehlt eine parlamentarische Vereinbarung über die Kompensation der Züchter.

Bislang gibt es noch keine parlamentarische Einigung darüber, wie die Nerzzüchter des Landes entschädigt werden sollen, nachdem die Regierung im November vergangenen Jahres verfügt hatte, dass sämtliche Nerzbestände im Land getötet werden müssen. Der Grund: Eine Mutation des Coronavirus, die sich in Nerzen ausbreitete, sollte an der weiteren Verbreitung gehindert werden.

Am Sonntag vor knapp zwei Wochen verlieh Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) ihrer Hoffnung Ausdruck, dass eine Vereinbarung in der mittlerweile vergangenen Woche erzielt werden könne. Dies gelang nicht.

Nach Ansicht des finanzpolitischen Sprechers der Konservativen, Rasmus Jarlov, verschleppt die Regierung die Verhandlungen. Auf Facebook schreibt er: „Obwohl es so aussieht, als ob wir gar nicht so weit voneinander entfernt sind, dauert es leider Wochen, bis wir etwas von der Regierung hören, und so wartet die Branche weiterhin auf Entschädigung.“

Folketing uneinig

Jarlov wehrt sich auch gegen die Anschuldigung, die bürgerlichen Parteien, wollten den Nerzzüchtern die größtmögliche Kompensation geben. Laut Jarlov versuchen die Regierung und die linken Parteien, ein solches Bild zu zeichnen.

Indes sind sich die Parteien im Folketing uneinig, ob es in Zukunft überhaupt noch eine Nerzzucht-Branche in Dänemark geben sollte. Bislang hat eine politische Mehrheit ein mittelfristiges Verbot bis Ende 2021 beschlossen.

Die Verhandlungen über eine Entschädigung für die Nerzzüchter hat sich auch verzögert, da eine Rückmeldung der EU abgewartet werden musste, unter anderem ging es um die Frage, in welcher Größenordnung die Kompensation ausfallen darf.

Zudem wanderte die Aufgabe, die Verhandlungen zu führen, aufgrund von Krankheit des Erwerbsministers Simon Kollerup (Soz.) zum Finanzministerium, das gerade in Vertretung von Steuerminister Morten Bødskov (Soz.) geführt wird, da der Finanzminister Nicolai Wammen (Soz.) in Elternzeit ist.

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