Wirtschaft

Staat gab Unternehmen Blankocheck für Corona-Einkauf

Staat gab Unternehmen Blankocheck für Corona-Einkauf

Staat gab Unternehmen Blankocheck für Corona-Einkauf

cvt, Ritzau
Kopenhagen
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Bestseller
Bestsellers Tochterunternehmen Nine United hat im März die Genehmigung bekommen, Schutzmittel und Tests im Umfang von 700 Millionen Steuerkronen einzukaufen, berichtet „Politiken“. (Archivfoto) Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Für rund 700 Millionen Kronen aus der Staatskasse hat der Bestseller-Konzern eingekauft – und dafür eine Provision von 2,5 Prozent erhalten. Zuvor hatte das Unternehmen dem Staat Tests gespendet, die sich später als unzuverlässig herausstellten.

Ende März hat der dänische Staat der Firma Nine United, die zur Unternehmensgruppe des Textilgiganten Bestseller gehört, einen Blankocheck ausgestellt, um Corona-Schutzmittel für die Hauptstadt-Region einzukaufen. Das berichtet „Politiken“.

Die Firma bekam ein Honorar von 2,5 Prozent aller Geschäftsabschlüsse. Zugleich wurde das Unternehmen von jeglicher Verantwortung entbunden.

„Die Region ist sich im Klaren darüber, dass die Produkte nicht im normalen Produktbereich von Nine United liegen und als Folge dessen können Fehler passieren“, heißt es im Vertragstext laut „Politiken“.

Der Professor für Versorgungslogistik an der Süddänischen Universität, Jan Stentoft, nennt es „wahnsinnig, das hier schwarz auf weiß zu sehen“.

Laut Auftraggebender Behörde und Region seien die normalen Regeln für Wettbewerb und Ausschreibungen als Folge der Pandemie außer Kraft gesetzt. Laut Nine United hat das Unternehmen Verträge im Umfang von 760 Millionen Kronen ausgehandelt.

Erst Spende, dann Verträge

Zuvor hatte das Unternehmen Bestseller anonym 100.000 Livzon-Tests an die dänischen Behörden gespendet. Danach kaufte Nine United Livzon im Umfang von 60 Millionen Kronen für den Staat.

Laut „Politiken“ hat ein privater Vertrieb am 21. April der Arzneimittelbehörde Livzon-Tests angeboten, dieses Angebot wurde jedoch abgelehnt. Wenige Stunden später wurde das Angebot von Bestseller als Teil einer Spende dann angenommen. Die Livzon-Corona-Tests erwiesen sich später als zu unpräzise.

Anders Holch Poulsen, Chef von Bestseller und Nine United, dementiert laut „Politiken“, dass der Konzern und dessen Zweige in China darauf spekuliert haben, durch den Einsatz Geschäfte zu machen. Laut der Region Hauptstadt hat es eine entsprechende Übereinkunft auch mit dem Mærsk-Konzern gegeben, die Einkaufssumme hier ist laut „Politiken“ bisher nicht bekannt.

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