Umwelt & Natur

Auch Naturverbände legen ihre Wunschzettel vor

Auch Naturverbände legen ihre Wunschzettel vor

Auch Naturverbände legen ihre Wunschzettel vor

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Frühjahrsstimmung im Wald von Sprækkedal bei Allinge. Im Zuge der Regierungsbildung fordern Naturschutzverbände mehr Naturschutz von den roten Parteien. Foto: Mads Jensen/Biofoto/Ritzau Scanpix

Parallel zu den Regierungsverhandlungen haben Umweltverbände ihre Wunschzettel vorgelegt. Der Vogelschutzverband DOF fordert die roten Parteien auf, ihre Versprechen einzuhalten.

Nachdem aus den Reihen der konservativen Landwirtschaftsverbände bereits Warnungen erklangen, der Sieg der roten Parteien bei der Folketingswahl könnte die dänische Landwirtschaft finanziell belasten, haben Umweltverbände, Ökologischer Landesverband und die dänische Energiewirtschaft parallel zu den Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung ihre Wunschzettel vorgelegt.

Der Vorsitzende des Vogelschutzverbandes Dansk Ornitologisk Forening (DOF), Egon Østergaard, fordert gemeinsam mit vier weiteren Naturschutzverbänden die roten Wahlsieger auf, ihre Wahlversprechen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz einzuhalten. „Die Sozialdemokraten haben ja ganz klar verkündet, dass sie mehr unberührte Urwälder anstreben“, so Østergaard. Er erinnert auch daran, dass DOF gegen die Entscheidung der Regierung aus Venstre, LA und Konservativen bei der EU geklagt hat, mit Unterstützung von DF für einen Großteil der dänischen Gebiete mit Status Natura 2000 den Schutz aufzuheben. „Die Sache liegt nun bei der EU. Ich habe eine Erwartung, dass eine neue Regierung auf die Sache mit frischen Augen sehen wird und sie zum Vorteil der Natur ausfallen lassen wird“, so Østergaard.

Die Regierung Løkke hatte u. a. seit Jahrzehnten als EU-Vogelschutz- oder Ramsargebiete geschützte Flächen aus dem EU-weiten Netz Natura 2000 streichen lassen, obwohl Dänemark bei der Ausweisung solcher Bereiche zum Schutz von Zugvögeln und seltenen Brutvögeln ohnehin Schlusslicht im EU- Vergleich war. Betroffen von der Aufhebung sind auch Gebiete in der Tonderner Marsch und in Marschen bei Ripen. Østergaard fordert ebenso wie die Präsidentin der größten Naturschutzverbandes, Danmarks Naturfredningsforening, Maria Reumert Gjerding, dass Dänemark im Rahmen der EU-Landwirtschaftspolitik ab 2020 umweltfreundliche Bewirtschaftung bei Organisation der EU-Agrarförderung stärker berücksichtig.

„In Dänemark wie in Europa benötigt die Natur akut Erste Hilfe“, so Reumert Gjerding und unterstreicht die Forderung, dass Dänemark die gemeinsame EU-Natur- und Umweltpolitik umsetzt.

Der Verband Økologisk Landsforening fordert nicht nur eine Wiederaufnahme der stärkeren Förderung für die Umstellung von Höfen auf Ökobewirtschaftung. Erforderlich sei es auch, dass Klimaschutz in der Landwirtschaft umgesetzt wird, indem Klimabilanzen für den einzelnen Hof aufgestellt werden, damit die Betriebe belohnt werden, die das Klima weniger schädigen.

Beim Verband Dansk Energi fordert man Anstrengungen bei Ausbau des Stromnetzes und mehr elektrischen Transport.

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