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Dänemark entsendet 200 Soldaten nach Estland

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jt/ritzau
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Eine Mehrheit des dänischen Parlaments Folketinget hat am Dienstag beschlossen, 200 Soldaten in Estland zu stationieren. Ein Geschenk an Putin meint die sozialistische Partei Einheitsliste (EL).

Eine Mehrheit des dänischen Parlaments Folketinget hat am Dienstag beschlossen, 200 Soldaten in Estland zu stationieren. Ein Geschenk an Putin meint die sozialistische Partei Einheitsliste (EL).

Dänemark hat viele Jahre lang ein gutes Verhältnis zu den baltischen Staaten gehabt und mehrere Male dänische Kampfjets in die Region entsendet. Nun wird Dänemark zum ersten Mal auch Soldaten in den baltischen Raum, der sich von Russland bedroht fühlt, schicken. Die Soldaten werden sich an ein britisches Bataillon in Estland anschließen, die 12 Monate vor Ort sein werden.

„Ich bin froh, dass wir wieder die Sicherheit in den baltischen Ländern unterstützen können. Es sendet ein klares Signal, dass Dänemark seinen Verpflichtungen in der NATO-Zusammenarbeit nachkommt“, so Außenminister Anders Samuelsen von der Liberalen Allianz (LA).

Der dänische militärische Beitrag ist ein Teil einer breiteren NATO-Zusammenarbeit, die einem „Abschreckungs- und Verteidigungsprofil“ gen Russland nach deren Annektierung der Krim-Halbinsel dienen soll.

Lediglich die Einheitsliste hat im Folketing gegen einen solchen militärischen Einsatz gestimmt. Sie meint, dass eine Aufrüstung in der Ostseeregion die Gefahr für einen offenen Konflikt nur verstärken wird. „NATOs Entsendung von Soldaten ist ein Geschenk für Putin. Er braucht ein äußeres Feindbild um national von Korruption und sozialer Unruhe ablenken zu können. Wir meinen nicht, dass Dänemark Putin in der Hinsicht unterstützen sollte“, sagt der außenpolitische Sprecher der Einheitsliste Nikolaj Villumsen.

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