Wahlkampf

Gute Laune und wenig Grundsätzliches im TV-Duell

Gute Laune und wenig Grundsätzliches im TV-Duell

Gute Laune und wenig Grundsätzliches im TV-Duell

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Lars Løkke Rasmussen (links) und Mette Frederiksen beim TV-Duell auf DR1. Foto: Bjarne Bergius Hermansen/DR/Ritzau Scanpix

Es war das erste TV-Duell zwischen Regierungschef Lars Løkke und seiner Herausforderin Mette Frederiksen. Der Ton war freundlich, die Antworten waren detailversessen und die großen Themen wurden ausgespart.

Am Sonntagabend sind Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) und die Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten, Mette Frederiksen, erstmals zu einem TV-Duell angesichts der anstehenden, noch nicht terminierten Folketingswahl angetreten.

Vorweg: Die mit Spannung erwartete Antwort auf die Frage, wann genau die Wahl nun stattfinden wird, wollte Løkke dabei nicht geben. Blieben die Themen Gesundheit, Rente und Klima.

Gut 40 Minuten debattierten die beiden über Details ihrer jeweiligen Positionen, ohne dass es dabei jemals wirklich zu grundsätzlichen politischen Fragen gekommen wäre. Keiner der beiden Politiker nahm Stellung dazu, welchen Weg die dänische Gesellschaft in den kommenden Jahren einschlagen soll. Themen wie die Demokratieverdrossenheit oder die Zukunftsängste der Jugend wurden ganz ausgespart.

Zum Thema Klima sagte Løkke zum Beispiel, dass er Elektroautos gut finde, aber auch sparsame Benzinautos und dass er jetzt nicht mehr so viel Essen wie früher wegschmeiße.

Etwas schärfer, aber nicht viel grundsätzlicher, wurde der Ton lediglich bei der Frage nach dem Rentenentwurf der Sozialdemokraten. Die wollen, dass bestimmte Arbeitnehmer in Zukunft früher und einfacher in den vorzeitigen Ruhestand gehen können.

Streit um vorzeitigen Ruhestand für Arbeiter

Die Kontrahenten warfen einander hier Fehler aus der Vergangenheit als verantwortliche Regierungschefs (Løkke) bzw. Beschäftigungsminister (Frederiksen) vor. Die Pläne mit dem vorzeitigen Ruhestand sei eine große Bluffnummer, sagte Løkke.

Er verlieh seinem Unglauben Ausdruck, dass die Pläne der Sozialdemokraten überhaupt viele Bürger betreffen würden – und wenn doch, auch finanzierbar seien. Frederiksen versuchte, dies zu widerlegen. Und sie nannte nach einigem Zögern einige Berufsgruppen, die von ihren Plänen profitieren sollen: Schlachtereiarbeiter und Arbeiter in der Fischindustrie zum Beispiel. Büroangestellte mit „Mausarm“ (RSI-Syndrom) hingegen könnten sicherlich andere Teile ihres Körpers noch gut einsetzen, so ihre Einschätzung.

Überwiegend gaben sich beide Politiker in der Sendung geradezu jovial, besonders Løkke verwies immer wieder auch auf seine lange Erfahrung und sogar auf den einen oder anderen Fehler, aus dem er gelernt habe.

Die Regionen, die er erfunden habe, will er abschaffen, bestätigte er erneut, und das auch gegen den Widerstand von Regionsratschefin Stephanie Lose (ebenfalls Venstre) und obwohl man diese Entscheidung laut Mette Frederiksen zum Beispiel in Tondern überhaupt nicht nachvollziehen könne.

Ob eine weitere Ankündigung ihrerseits dort gut ankommen wird, muss sich zeigen: Die Landwirtschaft, so Frederiksen, müsse mehr als bisher zum Klimaschutz beitragen. Auch in diesem Punkt gab Løkke, der wie Frederiksen nicht zum Streit aufgelegt war, ihr recht, nicht ohne jedoch einzuschränken, dass Dänemark im Allgemeinen nur für einen sehr kleinen Teil der weltweiten Klimaprobleme verantwortlich sei.

Die Folketingswahl muss bis spätestens den 17. Juni abgehalten werden.

Mehr lesen