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Jobverlust durch Corona: Einheitsliste will Minister anhören

Jobverlust durch Corona: Einheitsliste will Minister anhören

Jobverlust durch Corona: Einheitsliste will Minister anhören

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Peder Hvelplund, coronapolitischer Sprecher der Einheitsliste, will zwei Minister befragen. Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix

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Wie die Zeitung „B.T." berichtet, ist Gesundheitsmitarbeitern gekündigt worden, die aufgrund von Corona-Spätfolgen langfristig erkrankt sind. Für die Einheitsliste ist das nicht hinnehmbar. Sie will nun zwei Minister zur Anhörung laden.

Die Einheitsliste will Gesundheitsminister Magnus Heunicke und Beschäftigungsminister Peter Hummelgaard (beide Soz.) anhören. Die parlamentarische Maßnahme steht vor dem Hintergrund eines Berichtes der Zeitung „B.T.“. Es soll Fälle gegeben haben, in denen Gesundheitspersonal, das Spätfolgen einer Corona-Infektion entwickelte, gekündigt wurde.

Peder Hvelplund, coronapolitischer Sprecher der Einheitsliste, kritisiert dies scharf. „Wir müssen auf unser tüchtiges Gesundheitspersonal achten. Während der ganzen Pandemie hat es an vorderster Front gestanden und die Sicherheit gewährleistet, die für die Krankenhäuser und Pflegeheime des Landes so entscheidend war“, so Hvelplund in einer Mitteilung. Die Arbeitnehmer hätten dabei ein großes Eigenrisiko in Kauf genommen.

„B.T.“ beschreibt die Fälle von zwei Krankenpflegern und zwei Sozialfachkräften (sosu-assistenter), die entlassen wurden, nachdem sie sich für längere Zeit krankgemeldet hatten aufgrund von Corona-Spätfolgen.

Gewerkschaft: Entlassungen regelkonform, aber moralisch fragwürdig

Die Gewerkschaft FOA beschäftigt sich ebenfalls mit den Fällen, kommt aber zu dem Schluss, dass die Entlassungen regelkonform sind, sieht jedoch ein moralisches Problem seitens der Kommunen als Arbeitgeber.

Region verweist auf Kompensationsmöglichkeit

In einer Stellungnahme weist die Region Seeland unter anderem darauf hin, dass eine Kündigung aufgrund von Krankheit dann ausgesprochen werden kann, wenn das Wegbleiben des Arbeitnehmers aufgrund von Krankheit langfristig ist und wenn der Arbeitgeber nicht annehmen kann, dass der Arbeitnehmer zurückkommt. Die Region macht weiterhin deutlich: „Wir haben alle Mitarbeiter, die während ihrer Anstellung Covid-19 bekamen, aufgefordert, dies als Arbeitsschaden anzumelden, was bedeutet, dass dann Arbejdsmarkedets Erhvervssikring Ersatzleistungen prüft.“

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Dänischen Volkspartei, Liselott Blixt, unterstützt eine Anhörung der Minister und ist der Auffassung, dass die Regionen finanziell so ausgestattet werden sollten, dass dem Gesundheitspersonal, das mit den Spätfolgen einer Corona-Infektion kämpft, eine Perspektive gegeben werden kann.

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