Bildung

Neue Zensur: Regierung will eine 12+ einführen

jt
Kopenhagen
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Die derzeitigen sieben Zensuren sollen um eine weitere ergänzt werden. Das sorgt für Begeisterung in der Wirtschaft und Kopfschütteln bei den Studenten.

Die Spitzenzensur 12 soll um ein weiteres Plus ergänzt werden, wenn in Zukunft die tüchtigsten Schüler und Studenten geprüft werden. In einem gemeinsamen Gesetzesvorschlag von Bildungsminister Tommy Ahlers (Venstre) und Unterrichtsministerin Merete Riisager (Liberale Allianz) soll die Note 12+ für die außergewöhnliche Leistung eines Examinanden gegeben werden, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

„Wir wollen diejenigen, die sich trauen, etwas außergewöhnlich Gutes zu präsentieren, auch dementsprechend belohnen. Deshalb meinen wir, dass die 12+ eine gute Lösung ist“, so Ahlers. Ihm zufolge kann die neue Note dazu beitragen, sich von der derzeitigen „Perfektheits-Kultur“, wo man bei der Note 12 anfängt und aufgrund von Fehlern den Notenspiegel hinabsteigt, zu distanzieren.

Die neue Zensur sorgt für Begeisterung beim dänischen Arbeitsgeberverband Dansk Erhverv. Wie auch Ahlers erklärt der forschungspolitische Chef des Verbandes, Mads Eriksen, dass der derzeitige Notenspiegel die fehlerfreie Leistung auszeichnet. Auf dem Arbeitsmarkt ist die Realität laut Eriksen jedoch eine andere. „Wenn man neu und innovativ denken möchte, dann macht man zugleich auch Fehler. Das aktuelle Notensystem animiert die Studenten dazu, auf eine fehlerfreie Leistung zu fokussieren“, so Eriksen.

Kopfschütteln

Derweil löst der neue Vorschlag beim Gemeinschaftsrat der dänischen Studenten (De Studerendes Fællesråd) Kopfschütteln aus. „Die neue Zensur sorgt ja lediglich dafür, dass man nun eine extra Auszeichnung erreichen muss. Bei einem Jobgespräch werden Wirtschaftsleute weiterhin darauf achten, ob ein Student eine 12 oder eine 12+ bekommen hat“, erklärt der Rats-Vorsitzende, Johan Hedegaard Jørgensen.

Auf eine spätere Durchschnittszensur wird die 12+ keinen Einfluss haben. Die neue Zensur kann frühestens 2020 eingeführt werden.

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