Folketingswahl

Ohrfeige für den blauen Block

Ohrfeige für den blauen Block

Ohrfeige für den blauen Block

Kopenhagen
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Lars Løkke am Mittwochabend Foto: Henning Bagger / Ritzau Scanpix

Der bürgerliche Block muss wegen des Wahldebakels der Dänischen Volkspartei viele Mandate abgeben. Und das, obwohl Venstre und Konservative zulegen.

Der blaue Block ist als Verlierer der Folketingswahl hervorgegangen. Das bürgerliche Lager holte nur 75 Mandate.

Zwar legten die Regierungsparteien Venstre und Konservative mit jeweils 9 und 6 Mandaten auf 43 und 12 Mandate zu. Doch die dritte Partei des bisherigen Regierungskleeblattes, die Liberale Allianz, musste von 13 Mandaten satte 9 abgeben – und zeitweise sogar die Sperrgrenze von 2 Prozent fürchten.

Und dann der Hauptgrund für die blaue Ohrfeige: Mit weniger als die Hälfte der bisherigen Wählerstimmen war es aber vor allem die Dänische Volkspartei, die dem blauen Block das Regieren unmöglich macht. DF verlor am Mittwoch ganze 21 Mandate und rasselte von 21,1 Prozent auf 8,7 Prozent in den Keller.

„Wir haben von den Wählern eine Ohrfeige bekommen“, räumte Parteichef Kristian Thulesen Dahl ein. Seine Fraktion schrumpft auf 16 Abgeordnete.

Die Christdemokraten haben den Sprung ins Folketing knapp verfehlt, jedoch zugelegt. 2015 hatte die Partei nur 0,8 Prozent geholt. „Es ist wahnsinnig toll, dass wir es geschafft haben, die Christdemokraten wieder zu einer Partei zu machen, die die Dänen verstehen“, sagte der Vorsitzende, Stig Grenov, in einem ersten Kommentar. Dennoch reichte es am Ende nicht, die Christdemokraten holten 1,7 Prozent der Stimmen.

Sehr schlecht lief es für die Liberale Allianz, die künftig nur noch vier Abgeordnete zählen dürfte. Die Partei kam auf 2,3 Prozent, ein Absturz von den 7,5 Prozent der Wahl 2015. Neun Mandate gingen verloren. Parteivorsitzender Anders Samuelsen fliegt laut Ritzau ebenso aus dem Folketinget wie Joachim B. Olsen.

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