Flugabwehr

Russischer Militär-Besuch über der Nordsee

Russischer Militär-Besuch über der Nordsee

Russischer Militär-Besuch über der Nordsee

jrp/Ritzau
Kopenhagen
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Ein russischer Bomber vom Typ TU-160 in Begleitung eines Abfangjägers. Die TU-160 können zweifache Schallgeschwindigkeit fliegen und sind damit die schnellsten Flugzeuge dieser Gattung. Foto: Scanpix/Ritzau

Obwohl russische Bomber über der Nordsee keine Seltenheit sind, ist die vermehrte Präsenz in den vergangenen Wochen als Botschaft aus dem Osten zu verstehen, meint ein Forscher.

In der vergangenen Woche – und zuletzt am Mittwoch – haben russische Bomber vom Typ TU-160 Übungsflüge über dem Nordatlantik und der Nordsee absolviert. Sie flogen zwar in internationalem Luftraum, doch so dicht an unter anderem dänischem Hoheitsgebiet der jütländischen Küste, dass das dänische Luftabwehrkommando zwei Kampfjets vom Typ F-16 vom Fliegerstandpunkt Skrydstrup aus in die Luft schickte, um die Bomber zu begleiten.

Solche Szenen gibt es etwa 40-mal im Jahr, doch dass sowas gleich zweimal innerhalb einer Woche passiere, sei ungewöhnlich, erklärt Martin Birkedal Nielsen, Leiter für Operationen in der Luft beim Abwehrkommando.

Russische Botschaft an den Westen

Flemming Spidsboel, Seniorforscher am dänischen Institut für internationale Studien (Diis), sieht hinter dem Gebahren eine Botschaft. „Indirekt droht man einander. Man tut das, damit der andere nicht zur Ruhe kommt, denn schließlich sind solche Begleitflüge mit Aufwand und zuletzt auch mit hohen Ausgaben verbunden“, erklärt er.

Er bewertet die russischen Luft-Aktionen als Antwort auf Flüge von amerikanischen B-52-Bombern über der Ostsee in den Wochen zuvor. Die wurden ebenfalls von russischen Abfangjägern eskortiert.

„Das passiert dann eben auch in die andere Richtung. Wir erleben es in den vergangenen Jahren immer mehr, dass die Russen solche Mittel nutzen, um sich zu zeigen, um Eindruck zu machen“, heißt es vom Verteidigungsministerium.

Die beiden russischen TU-160-Flieger sind an der norwegischen Küste entlang in Richtung Süden über die Nordsee geflogen. Dabei waren sie etwa 20 Seemeilen von der dänischen Küste entfernt. Das dänische Hoheitsgebiet beginnt 12 Seemeilen vor der Küste. Nach einer Wende vor der englischen Küste machten sich die Russen wieder auf den Rückweg.

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