Recht & Justiz

Kartell-Fall: Staatsanwaltschaft fordert Milliardenbußgeld für Carlsberg

Kartell-Fall: Staatsanwaltschaft fordert Milliardenbußgeld für Carlsberg

Kartell-Fall: Staatsanwaltschaft fordert Milliardenbußgeld für Carlsberg

Kopenhagen/Düsseldorf
Zuletzt aktualisiert um:
Zur Carlsberg-Brauerei gehört die Hamburger Kultmarke Holsten. Auch Astra gehört dem dänischen Konzern. Foto: dpa (Symbolfoto)

Verliert der dänische Brauereigigant Carlsberg einen Gerichtsfall zur Kartellbildung in Deutschland, droht ein Bußgeld in Höhe von 1,9 Milliarden Kronen.

Der Generalstaatsanwalt im Oberlandesgericht in Düsseldorf fordert nun, dass der dänische Brauereikonzern Carlsberg bezüglich eines Kartell-Falls 2014 in Deutschland rund 1,9 Milliarden Kronen (250 Millionen Euro) Buße bezahlen muss. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Finans.

Mehrfach hätten sich Firmenvertreter getroffen und über eine Anhebung der Preise geredet. Bei Carlsberg sollen alle Marken davon betroffen gewesen sein, also auch Holsten und Astra. Das teilte ein Kartellamtssprecher auf Abendblatt-Anfrage mit. Ende 2006 und Anfang 2008 sei es fast flächendeckend zu Preiserhöhungen bei Fassbier, beziehungsweise bei Fass- und Flaschenbier gekommen.

Das Bußgeld ist nun viermal so hoch, wie die deutsche Wettbewerbsbehörde 2014 von Carlsberg verlangte. Der Grund: Im Unterschied zum ursprünglichen Bußgeld des Kartellamts geht die Generalstaatsanwaltschaft nun von einer deutlich längeren Kartelldauer aus (nämlich bis Juli 2011 statt Juli 2009), berichtet das Abendblatt.

Ein Bußgeld, das der Konzern anficht. „Es wundert mich, dass Carlsberg zum damaligen Zeitpunkt und als Börsengesellschaft den Fall nicht abgeschlossen hat“, erklärt Johann Brück, Anwalt im Bereich des Wettbewerbsrechtes der Anwaltskanzlei Hermanns Wagner Brück.

Auch die deutsche Brauerei Radeberger wolle das Urteil von 2014 vor Gericht prüfen lassen.

Carlsberg beschäftigte Ende des vergangenen Jahres in Hamburg rund 450 Menschen.

Mehr lesen