Wirtschaft

USA und China: Handelsvereinbarung kann dänischen Export treffen

USA und China: Handelsvereinbarung kann dänischen Export treffen

Handelsvereinbarung kann dänischen Export treffen

jt
Kopenhagen
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Foto: Amber Kipp/Unsplash

China soll weitaus mehr Waren als bisher aus den USA importieren. Das kann schwere Folgen für den dänischen Export haben, schätzt ein Experte.

Seit 2018 führten China und die USA einen regelrechten Handelskrieg. Doch am Mittwoch wurde die erste Phase einer neuen Handelsabsprache unterzeichnet, die nun auch als Wendepunkt der Streitigkeiten bezeichnet wird. Diese Vereinbarung kann aber schwerwiegende Folgen für die dänische Landwirtschaft haben, erklärt Allan von Mehren, Chefanalytiker bei der dänischen Großbank Danske Bank, gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau.

Mit der neuen Vereinbarung verpflichtet sich China dazu, mehr Waren aus den USA zu importieren – zum Leid anderer Handelsnationen. „Diese Richtlinie kann auch ein Land wie Dänemark treffen. Die Landwirtschaftsbranche wird womöglich über einen gewissen Zeitraum Verkaufseinbußen zu spüren bekommen“, so von Mehren.

Insbesondere die dänischen Schweinebauern haben aufgrund der Afrikanischen Schweinepest von einem steigenden Export nach China profitiert. Beim Landwirtschaftsverband Landbrug & Fødevarer ist man derweil nicht besorgt, dass eine Handelsabsprache zwischen China und den USA den dänischen Schweineexport in diesem Jahr negativ beeinflussen kann.

„Aufgrund der Schweinepest ist rund die Hälfte aller Produktionstiere in China umgekommen. Zugleich steigt der Verbrauch von Schweinefleisch. Deshalb gibt es einen Importbedarf, der den normalen globalen Handel mit Schweinefleisch übersteigt“, erklärt Kenneth Lindhardt Madsen, handelspolitischer Chef des Verbandes.

Es sei aber schwer, Prognosen für 2021 zu geben. „Wir wissen nicht, wie sich die Situation mit der Schweinepest entwickelt. Auch wissen wir nicht, wie die Handelsbedingungen im kommenden Jahr aussehen werden“, so Madsen zu Ritzau.

Kein Einfluss

Auch der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig (LHN), Jørgen Popp Petersen, denkt nicht, dass der dänische Schweineexport in erster Linie von der amerikanisch-chinesischen Absprache groß beeinflusst wird. „Obwohl in Europa der Verbrauch von Schweinefleisch derzeit sinkt, gibt es auf globaler Ebene einen Mangel“, so Petersen.

Er warnt aber auch vor den derzeit steigenden Preisen. „Das ist keine natürliche Marktentwicklung. Jetzt ist der Markt zwar stabil, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann eine Wende kommt“, betont er.

Der dänische Schweineexport sei ihm zufolge verwundbar – „insbesondere der Export von Ferkeln“, so Petersen. „Man darf auch nicht vergessen, dass China irgendwann wieder selbst produzieren wird.“

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