Datenschutz

Dänische Verbraucherschützer zeigen Google an

Dänische Verbraucherschützer zeigen Google an

Dänische Verbraucherschützer zeigen Google an

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Die Datenschutzbehörde soll eingreifen, weil der US-Konzern Daten wie Bewegungsmuster der Nutzer unbefristet speichert. Die Beamten erwägen, den Fall nach Brüssel zu bringen.

Die Datenschutzbehörde soll eingreifen, weil der US-Konzern Daten wie Bewegungsmuster der Nutzer unbefristet speichert. Die Beamten erwägen, den Fall nach Brüssel zu bringen.

Die dänische Datenschutzbehörde Datatilsynet erwägt nach eigenen Angaben, eine Anzeige des Verbraucherschutzbundes Forbrugerrådet Tænk zu bearbeiten – und auch auf europäischer Ebene einzubringen. Astrid Movrogenis, Büroleiterin bei der Behörde bestätigte die Anzeige. Es werde nun geprüft, welches die relevanten Fragen an Google seien und "zugleich prüfen wir, ob wir den Fall in europäische Regie geben. Es geht hier schließlich um Google und somit um etwas, das auch andere als die Dänen betrifft."

Mavrogenis weist jedoch auch darauf hin, dass sich die Bearbeitung des Falles gerade erst am Anfang befindet.

Nach Angaben des Verbraucherschutzbundes speichert Google die Suchhistorie sowie Angaben darüber, wo sich Benutzer wann befinden, wenn diese ein Smartphone benutzen und bei Google registriert sind, zum Beispiel, um den Mailservice Gmail oder den Streamingdienst YouTube zu nutzen.

Die Datenspeicherung geschieht automatisch und auf unbegrenzte Zeit, so die Kritik der Verbraucherschützer. Dieses sei unangemessen, schreibt die Tænk-Vorsitzende Anja Philip in einer Pressemitteilung: "Welche Begriffe man sucht und wo man sich aufhält sind sehr persönliche Angaben, bei denen es nicht in Ordnung ist, dass Google sie auf unbefristete Zeit speichert."

Sie nennt es "unbehaglich", dass Google das Verhalten der Nutzer speichert. Zugleich könnten diese Daten von IT-Kriminellen missbraucht werden, sagt sie. Dabei sei Tænk keineswegs grundsätzlich gegen die Datenregistrierung, so Philips: "Doch Google sammelt und speichert nach unserer Einschätzung viel länger als notwendig, um den Service und die zielgerichteten Anzeigen zu liefern, und deshalb freuen wir uns auf die Entscheidung der Datenschutzbehörde."

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