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Grüne Umstellung: Landwirtschaft wird zum Hightech-Gewerbe

Grüne Umstellung: Landwirtschaft wird zum Hightech-Gewerbe

Grüne Umstellung: Landwirtschaft wird zum Hightech-Gewerbe

cvt
Kopenhagen/Apenrade
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Drone
Drohnen sind schon heute in der Landwirtschaft in Dänemark häufig genutzte Werkzeuge. (Symbolfoto) Foto: David Henrichs/Unsplash

Was haben Landwirte und Wissenschaftler gemeinsam? Eine Herausforderung – und zwar die, Wege zu finden, Lebensmittel zugleich effizienter und ökologischer zu produzieren.

Die Lebensmittelproduktion soll nach dem Wunsch vieler immer umweltfreundlicher gestaltet werden. Forscher sehen künstliche Intelligenz als Teil der Lösung, weniger Chemie zu gebrauchen. Die Landwirtschaft wird also noch mehr als bisher zum Hightech-Gewerbe.

Das sagen mehrere Forscher in einem Artikel im Online-Wissenschaftsmagazin „Videnskab.dk“.

Jeder Quadratmeter wird bewertet

Eine der Technologien, die für die Landwirtschaft der Zukunft wichtig sein wird, ist die künstliche Intelligenz. Noch mehr als bisher sollen Daten genutzt werden, um zu präzisieren, wo und in welchen Mengen zum Beispiel Pestizide eingesetzt werden.

Jeder einzelne Quadratmeter landwirtschaftlicher Flächen soll in Zukunft deutlich genauer als bisher erfasst und bewertet werden können.

Das geht aus einer kürzlich in der Zeitschrift „Nature Foods“ vorgestellten Studie hervor, die Svend Christensen, Professor für Pflanzen- und Umweltwissenschaft an der Uni Kopenhagen mitverfasst hat.

„Die Technologie kann nicht für sich stehen, aber wir müssen stärker datengetrieben arbeiten, wenn wir einige der Herausforderungen lösen wollen, die uns in der Nahrungsmittelproduktion begegnen. Sie muss im Zuge des weltweiten Bevölkerungswachstums nachhaltiger werden“, meint er auf „Videnskab.dk“.

Mit künstlichen neuralen Netzwerken gegen Pestizideinsatz

Innovationen auf dem Gebiet könnten derweil nicht nur der Landwirtschaft und der politisch gewollten Nachhaltigkeit auf die Sprünge helfen – sie wären an sich bereits ein Wirtschaftsfaktor, gerade auch für Dänemark.

Denn mit möglicherweise (auch) in Dänemark entwickelter künstlicher Intelligenz können Landwirte sich durch enorme Mengen Daten pflügen. Von GPS-Sensoren, Kameras auf den Maschinen und von Satelliten. Das daraus gesponnene künstliche neurale Netzwerk verarbeitet die Daten selbstständig und lernt aus ihnen („deep learning“), zum Beispiel, um Unkraut aufzuspüren.

Dadurch könnten Pestizide gezielt und in deutlich geringeren Mengen eingesetzt werden – das zeigt nicht nur die Theorie. Denn mancherorts wird bereits so gearbeitet und in den vergangenen zwei, drei Jahren seien bereits Erfolge verzeichnet worden, sagt Christensen.

Auch kann noch besser als bisher ermittelt werden, was wo am besten wächst – und wie. Auch bei der Tierproduktion könnte das eingesetzt werden – und den Verbrauchern am Ende durch entsprechende Nachweise auf den Verpackungen noch mehr Sicherheit geben.

Doch all dies, so die Studie, würde nur möglich, wenn ein ganzheitliches Konzept umgesetzt wird, bei dem Unternehmen, Politik und Investoren an einem Strang ziehen. Ob sie dies tun, wird nach den Sommerferien zu beobachten sein, wenn die Folketingsverhandlungen zu den CO2-Einsparungen der Landwirtschaft beginnen.

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