Deutsch-Dänische Handelskammer

Perau: Die Unternehmen brauchen ein Licht am Ende des Tunnels

Perau: Die Unternehmen brauchen ein Licht am Ende des Tunnels

Perau: Unternehmen brauchen ein Licht am Ende des Tunnels

Kopenhagen
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„Die Grenzen sind zum Glück für den Güter- und Dienstleistungsverkehr weiterhin geöffnet“, sagt Reiner Perau. Foto: Finn Frandsen/Politiken/Ritzau Scanpix

Der Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer betont im Interview mit dem „Nordschleswiger“, dass vor allem die große Unsicherheit, wie lange die Ausnahmesituation in Deutschland und Dänemark andauern wird, eine große Belastung für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze darstellt. Er sieht in der Corona-Krise aber auch eine Chance.

„Die Grenzen sind zum Glück für den Güter- und Dienstleistungsverkehr weiterhin geöffnet“, sagt Reiner Perau. Er ist Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer in Kopenhagen. Mit seinen Mitarbeitern berät, betreut und vertritt er deutsche Unternehmen, die in Dänemark tätig sind, sowie dänische Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind.

Durch die anhaltende Corona-Pandemie ist sowohl in Deutschland als auch in Dänemark das Wirtschaftsleben weiterhin stark eingeschränkt. Wie sich die Lage künftig entwickeln wird, ist auch für den Geschäftsführer nur schwer vorherzusagen. „Die Situation ist sehr dynamisch und hat sich täglich geändert. Ich rechne damit, dass es sich in der nächsten Woche stabilisiert, wenn die Wirkung der Maßnahmen deutlich wird“, sagt Perau.

Hoffnung auf Normalität

Analysen von Ökonomen und Wirtschaftsexperten machen Hoffnung, dass es bald wieder ein Stück in Richtung Normalität gehen könnte. „Ich gehe davon aus, dass in Dänemark die Auflagen ab dem 14. April etwas gelockert werden und dies in Deutschland ab dem 20. April ebenfalls so sein wird. Es muss einfach erste Schritte geben, sonst ist das für die Unternehmen nicht durchzuhalten“, so Reiner Perau.

Größerer Optimismus in Dänemark

Beim Umgang mit der Krise sieht er einen Unterschied in der politischen Kommunikationskultur zwischen Deutschland und Dänemark. Während seiner Meinung nach die Politiker in Deutschland mindestens 101 Prozent sicher sein müssen, bevor sie eine Lockerung der Einschränkungen in Aussicht stellen, reicht der dänischen Regierung dafür auch eine 99-prozentige Sicherheit. „In Dänemark hat man ein größeres Vertrauen in die Maßnahmen und ist optimistischer. Für Unternehmen ist so etwas ganz wichtig. Das Schlimmste ist die Ungewissheit darüber, wann wieder Normalität einkehrt. Die Unternehmen brauchen ein Licht am Ende des Tunnels. Mit dem 14. April hat die dänische Regierung dieses Licht gezeigt, zwar nicht, wie groß es ist, aber zumindest, dass es da ist“, sagt der Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer.

Corona-Krise als Chance

Er glaubt sogar, dass sich die Corona-Krise positiv auf die zukünftigen deutsch-dänischen Handelsbeziehungen auswirken könnte. Vor allem im Bereich der Globalisierung erwartet er ein Umdenken, weil die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, welche starken Folgen es zum Beispiel hat, wenn der chinesische Markt wegfällt. „Viele Firmen werden nun überlegen, ob es künftig nicht Sinn ergibt, stärker auf Handelspartner aus Europa zu setzen, um Lieferengpässe besser vermeiden zu können. Ich sehe da Potenzial für neue Geschäftsbeziehungen, auch im deutsch-dänischen Bereich“, so Perau.

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