Kriminalität

Produktpiraterie: Zoll stoppt immer mehr Pakete

Produktpiraterie: Zoll stoppt immer mehr Pakete

Produktpiraterie: Zoll stoppt immer mehr Pakete

Kopenhagen
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Gefälschte Uhren, Kleidung, Kosmetik und Medizin werden täglich nach Dänemark bestellt. (Archivbild) Foto: Jørgen Jessen/Ritzau Scanpix

In Dänemark werden deutlich mehr Fälschungen und Plagiate verkauft als früher. Zugleich fängt der Zoll einen großen Teil der Pakete ab. Eine Herausforderung für die Beamten sind die Regeln zum Kauf und Verkauf der Waren.

In Dänemark werden deutlich mehr Fälschungen und Plagiate verkauft als früher. Zugleich fängt der Zoll einen großen Teil der Pakete ab. Ein Problem für die Beamten sind die Regeln zum Kauf und Verkauf der Waren.

Heutzutage lässt sich aus dem Internet so ziemlich alles in die eigenen vier Wände bestellen. Und die Menschen in Dänemark machen fleißig davon Gebrauch – auch dann, wenn es, bewusst oder unbewusst, um nicht ganz astreine oder gar illegale Produkte geht.

Zoll kontrolliert gezielt auffällige Lieferungen

Die Zahl der Pakete mit gefälschten Uhren, Computer-Plagiaten und verdächtig billigem Make-up, die aus dem globalen Handel nach Dänemark bestellt werden, nimmt stark zu. Und die Zahl der Lieferungen, die es nicht bis zum Adressaten schaffen, ebenso. Denn die dänische Zollbehörde kontrolliert gezielt auf Produktpiraterie.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Fälle von rund 1.500 in 2014 auf rund 2.500 in 2018 angestiegen, schreibt die Behörde in einer Pressemitteilung.

„Das liegt an einer Kombination daraus, dass mehr Kopiewaren kaufen, und dass wir gezielt eingreifen“, sagt Preben Buchholtz Hansen, Kontrolldirektor beim Zoll.

Jeden Tag kämen 45.000 bis 50.000 Pakete durch den Zoll nach Dänemark. Die allermeisten seien legitim – und längst nicht jedes Paket könne kontrolliert werden, sagt Hansen: „Wir machen Stichproben und prüfen je nach Risiko, zum Beispiel wenn ein Paket aus einem Land außerhalb der EU kommt.“

Die vier Arten der Produktpiraterie

  • Die sklavische Fälschung versucht, das Original genau zu kopieren. Die Verpackung sowie der Markenname sind häufig gleich. Bei kosmetischen oder pharmazeutischen Produkten sind die Inhaltsstoffe möglicherweise sogar identisch.
  • Plagiate tragen einen geringfügig geänderten Markennamen, z. B. Anagramme wie McDnoald’s oder optisch ähnliche wie SQNY. Teilweise stehen diese Produktnamen auf sklavischen Fälschungen und teilweise auf Produkten, die es vom Originalhersteller nicht (oder so nicht) gibt. In China ist die Kopier-Kultur unter dem Begriff Shanzhai bekannt.
  • Bei klassischen Fälschungen werden eine identische Verpackung und der Name des Herstellers benutzt. Die Inhaltsstoffe, die verarbeiteten Materialien und/oder die Verarbeitung hingegen sind meist (aber nicht notwendigerweise) minderwertig und manchmal nicht vorhanden oder gesundheitsschädlich.
  • Raubkopie und Schwarzkopie sind umgangssprachliche Bezeichnungen für rechtswidrige Kopien von urheberrechtlich geschütztem Material. Die Bezeichnungen beziehen sich meist auf Produkte der Medienbranche.

    Quelle: Wikipedia

Vorsicht beim Kauf von angeblichen Markenwaren auf Märkten

Raubkopien, Plagiate und Fälschungen finden ihren Weg häufig in Einzellieferungen über den Interneteinkauf von Privatpersonen oder in größeren Partien durch den gewerblichen Import nach Dänemark. Letztere Waren würden häufig zum Beispiel auf Märkten verkauft, berichtet der Beamte.

„Es ist nicht verboten, Kopiewaren zum privaten Gebrauch im Internet zu kaufen, es kann aber sein, dass die Waren konfisziert werden, weil es dem Verkäufer verboten ist, sie zu verkaufen“, klärt Hansen auf.

Und er warnt: Beim Kauf von Piraterieprodukten würden die Entwickler des Originals geschädigt, die Geld und Arbeit in die Entwicklung des Produktes gesteckt haben. „Aber es geht auch um die eigene Sicherheit. Weiß man, was da im Parfüm oder in der Kleidung drin ist? Kann es Allergien auslösen? Es gibt auch Kopie-Aufladegeräte, die schrottig sind oder die sogar in Flammen aufgehen können“, sagt Hansen.

Er mahnt die Verbraucher, beim Einkauf im Netz den Verstand einzusetzen und nicht auf auffällig billige Angebote einzugehen. „Wenn es zu gut ist, um wahr zu sein, ist es das wohl auch“, meint er.

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