Corona

Arzt: Das Virus ist nicht gefährlicher geworden

Arzt: Das Virus ist nicht gefährlicher geworden

Arzt: Das Virus ist nicht gefährlicher geworden

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Der Anteil der jüngeren Corona-Patienten in den Krankenhäusern hat zugenommen. Foto: Ólafur Steinar Gestsson/Ritzau Scanpix

Nie waren die Infektionszahlen in Dänemark so hoch wie jetzt. Doch es sind vor allem junge Menschen an Covid-19 erkrankt – und weniger Alte als früher.

Junge Menschen unter 30 Jahren machen derzeit 14 Prozent der Corona-Patienten in den Krankenhäusern des Landes aus. Das hat Dänemarks Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) am Freitag bekanntgegeben.

Diese Zahl sei jedoch kein Ausdruck dessen, dass das Virus für junge Menschen gefährlicher geworden ist. Stattdessen hätten die Restriktionen der Behörden und das Verhalten der Bevölkerung im Spätsommer dazu geführt, dass das Virus sich nicht ungehemmt auf ältere und empflindlichere Teile der Gesellschaft ausgebreitet hat. Das meint der leitende Oberarzt am Uniklinikum Aarhus, Lars Østergaard.

Weniger Alte infizieren sich

„Dass jetzt verhältnismäßig mehr Junge mit dem Coronavirus eingewiesen sind, kann damit erklärt werden, dass es verhältnismäßig weniger Ältere gibt, die im Vergleich zu März und April eingewiesen sind“, sagt er.

„Wir können also nicht schließen, dass das Virus für die Jungen gefährlicher geworden ist, oder dass der Krankheitsverlauf schwerer wird. Vielleicht deutet es darauf hin, dass wir diesmal gut darin waren, sicherzustellen, dass die Infektion sich nicht in dem Maß auf ältere und verletzliche Personen ausgebreitet hat, wie im Frühjahr“, so Østergaard.

Die jüngsten Zahlen der dänischen Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, Statens Serum Institut (SSI), zeigen, dass 58 Personen mit Covid-19 in den Krankenhäusern des Landes liegen.

Schwere Verläufe müssen noch erforscht werden

Weshalb auch einige jüngere Patienten einen ernsthaften Krankheitsverlauf aufweisen und ins Krankenhaus mussten, während die Krankheit bei anderen mild verläuft, ist noch ungeklärt, sagt der Professor.

„Wir wissen, dass Übergewichtige ein gesteigertes Risiko für einen ernsthaften Verlauf haben. Aber auch Normalgewichtige sind ernsthaft erkrankt, während andere das nicht sind. Weshalb, das wissen wir nicht, das muss weiter erforscht werden.“

Insgesamt stehe jedoch fest, dass Patienten unter 65 Jahren sich deutlich besser machen, als Patienten über 65 Jahre. „Bei Jüngeren geht es normalerweise besser. Unsere Organe werden mit jedem Tag, den wir leben, ein wenig geschwächt. Wenn man älter ist, hat man also nicht denselben Widerstand“, sagt Østergaard.

Er untertreicht jedoch, dass es auch für junge Menschen richtig gute Gründe gibt, vorsichtig zu sein: „Man muss das auf jeden Fall ernst nehmen. Einerseits kann man auch als junger Mensch ernsthaft erkranken. Und andererseits kann man die Infektion an jemanden weitertragen, der sie sehr schlecht verträgt.“

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