Journalismus

DR-Nachrichtenchef wechselt an die Uni

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DR-Nachrichtenchef wechselt an die Uni

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Ulrik Haagerup
Ulrik Haagerup. Foto: Scanpix

Ulrik Haagerup gilt als Vorreiter des "konstruktiven Journalismus". An der Uni Aarhus soll er dazu einen Fachbereich aufbauen.

Ulrik Haagerup gilt als Vorreiter des "konstruktiven Journalismus". An der Uni Aarhus soll er dazu einen Fachbereich aufbauen.

Nach zehn Jahren im Chefsessel der Nachrichtenabteilung des öffentlich-rechtlichen Danmarks Radio wird Ulrik Haagerup den Sender verlassen. Stattdessen wird er Direktor des neugegründeten "Constructive Institute" an der Universität Aarhus. Das Institut ist privatfinanziert – von Stiftungen und Unternehmen, und es soll das journalistische Niveau in Dänemark und international anheben.

Haagerup gilt als einer der Vorreiter der Idee des "konstruktiven Journalismus", bei dem nicht die Zuspitzung auf eine Krise, sondern Fakten und mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt der journalistischen Arbeit stehen. Ziel des Institutes solle es sein "dazu beizutragen, dass Vertrauen in den Journalismus in Zeiten von falschen Nachrichten, unnuancierten Debatten und erodierenden Geschäftsmodellen für ordentlichen Journalismus zu steigern", sagt Haagerup.

Haagerup habe einen großen Anteil daran gehabt, dass die Fernsehnachrichten TV-Avisen und die Radionachrichten Radioavisen als glaubwürdigste Nachrichtenquelle Dänemarks gelten, so DR-Aufsichtsratschef Michael Christiansen in einer Pressemitteilung. Haagerups Zeit im Chefsessel war dabei nicht ganz ohne Reibungen verlaufen. So hatte er eine vertragliche Klausel darüber, dass er zwischen dem Dienstort Kopenhagen und seiner mitteljütischen Heimat per Flugzeug pendeln darf. Als bekannt wurde, dass er die dadurch angehäuften Bonusmeilen privat nutzen durfte, sorgte dies für Schlagzeilen und eine Änderung des Vertrages – auch wenn diese Regelung gegen keine Richtlinie verstieß.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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