Öko-Tag

Springende Kühe und veganer Protest

Springende Kühe und veganer Protest

Springende Kühe und veganer Protest

Thisted
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Kühe und Publikum auf einem Hof bei Thisted Foto: Jens Nørgaard Larsen / Ritzau Scanpix

59 Höfe in Dänemark haben am Sonntag ihre Kühe und Rinder auf die grünen Wiesen entlassen. Mit der jährlich wiederkehrenden Veranstaltung will der Ökologische Landesverein auf Tierwohl und Klima aufmerksam machen.

Um 12 Uhr war es am Sonntag soweit: Die Kühe sind los. Die Weidesaison hat offiziell begonnen. 59 Höfe beteiligten sich im ganzen Land an der „Ökotag“-Veranstaltung, die vom Økologisk Landsforening jedes Frühjahr organisiert wird.

Die Höfe nutzen den Tag, um mit einem Tag der offenen Stalltür ihre Betriebe zu zeigen – und interessierte Bürger einen Blick hinter die Kulissen eines Bauernhofes werfen zu lassen.

Offenheit und Glaubwürdigkeit

„Es geht um Offenheit und Glaubwürdigkeit und um die Lebensfreude, die man erhält, wenn man diesen tollen Tieren zuschaut, wenn sie raus aufs Gras springen“, sagt der Vorsitzende des Öko-Vereins, Per Kølster.

Man könne sich bei der Gelegenheit ein eigenes Bild von der Öko-Landwirtschaft machen. Im vergangenen Jahr nutzten rund 200.000 Dänen die Gelegenheit.


Einer von 59 teilnehmenden Höfen – hier bei Øster Skaarup. Foto: Jens Nørgaard Larsen / Ritzau Scanpix

Doch nicht alle teilen die Begeisterung, und so organisierte die Aarhuser Veganer-Gruppe Vegan Change Proteste vor zwei Höfen bei Silkeborg und bei Randers.

Die Aktivisten bezeichnen den Ökotag als „Disneysierung“ von Tieren in der Landwirtschaft und wollen die Verbraucher auf die „häßliche“ Seite der Tierzucht aufmerksam machen.

„Betrachten den Tag als große Show“

„Der Ökotag wird als ein großer Festtag gefeiert, aber wir betrachten den Tag als große Show und einen Werbevorstoß“, sagt Sophia Nox zum Sender TV2 Østjylland.

Auf die protestierenden Veganer angesprochen, sagte Per Kølster: „Es ist gut, dass sie einen kritischen Blick auf die Landwirtschaft werfen. Ich kann mir andersrum aber nur schwer vorstellen, dass sich Landwirte zu einer Demonstration versammeln, wenn die Veganer einen Festtag begehen.“

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