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Minderheitenbeauftragter rief Bundestag zur Unterstützung für Minority SafePack auf

Minderheitenbeauftragter rief Bundestag zur Unterstützung für Minority SafePack auf

Minderheitenbeauftragter rief Bundestag zur Unterstützung für Minority SafePack auf

Berlin
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Hartmut Koschyk
Hartmut Koschyk warb im Bundestag für die Bürgerinitiative zum Minderheitenschutz. Foto: Deutscher Bundestag

„Echten europäischen Bürgersinn“ zeige das Minderheitenschutzpaket Minority SafePack, sagte Hartmut Koschyk (CSU) in seiner letzten Rede vor dem Deutschen Bundestag. Der Bundesbeauftragte für Minderheitenfragen rief alle Bundestagsabgeordneten dazu auf, die Petition zu unterzeichnen.

Am Freitag hat der Deutsche Bundestag anlässlich des 25. Jahrestages der Verabschiedung der Charta der Minderheiten- und Regionalsprachen im Europarat einstimmig einen Antrag über den Ausbau der Förderung von Regional- und Minderheitensprachen verabschiedet. 25 Staaten, darunter Dänemark, haben die Charta bis heute ratifiziert.

Hartmut Koschyk (CSU), Minderheitenbeauftragter der Bundesregierung, nutzte zu diesem Anlass seine letzte Rede vor dem Deutschen Bundestag, um auf die Minderheitenschutz-Initiative Minority Safepack aufmerksam zu machen, die maßgeblich von Hans Heinrich Hansen, dem ehemaligen Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, vorbereitet wurde.

„Echten europäischen Bürgersinn“ zeige das Minderheitenschutzpaket, so Koschyk, der alle Bundestagsabgeordneten dazu aufrief, die Petition zu unterstützen. „Ich habe heute früh diese europäische Volksinitiative für mehr Minderheitenschutz in Europa unterzeichnet. Ich lade alle Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Bundestages ein, es gleichzutun, weil damit setzen wir auch ein Signal, dass wir mehr und besseren Minderheitenschutz in Europa wollen, als beste Friedens- und Versöhnungs- und Verständigungspolitik“.

Hartmut Koschyks Beitrag im Video:

„Teil unseres Kulturerbes“

Nach Koschyks Rede entwickelte sich die 238. Sitzung des Deutschen Bundestages zu einem munteren Paradelauf der Dialekte und Sprachen, nutzten die Abgeordneten den Anlass, in ihrer Mundart zu sprechen.

„Wir wissen viel über die Welt, aber manchmal wissen wir herzlich wenig über die Nachbarschaft“, so Herbert Behrens (Die Linke), der aus Niedersachsen stammt. Karin Evers-Meyer (SPD) sprach wie er auf Plattdeutsch und sagte, dass alles, was in Sachen Regional- und Minderheitensprachen in Deutschland laufe, der Charta zu verdanken sei.

„Keine dieser Sprachen ist eine ausländische Sprache, sondern sie sind einheimische Sprachen und damit Teil unseres Kulturerbes“, sagte Cem Özdemir von den Grünen. Er bezeichnete Übergriffe auf Sorben und auf die sorbische Kultur als „widerlich“. Auch beim Antiziganismus dürfe nicht weggeschaut werden. Die ersten Worte, die er gehört hatte nach seiner Geburt, seien schwäbische Worte gewesen, so Özdemir, der den zweiten Teil seiner Rede in eben dieser Mundart hielt.

„Kinder solle Dialekt schwätze“, so Özdemir. Vielleicht würden die Politiker auch wieder besser verstanden, wenn „wir so schwätze, wie uns der Schnabel g'wachse is“. Wenn Deutschland Regional- und Minderheitensprachen pflege, könne das Land doch auch viel glaubwürdiger gegenüber Ländern wie der Türkei oder China auftreten, wenn der dortige Umgang mit Minderheiten kritisiert werde.

Cem Özdemirs Beitrag im Video:

„Die Sprache ist der Schlüssel zu den Herzen“

Die Sorbin Malina Michalk (CDU), bedankte sich bei Hartmut Koschyk, dass es ihr an diesem Tag möglich sei, auf Sorbisch vor dem Bundestag zu sprechen. „Die Sprache ist der Schlüssel zu den Herzen“, sagte Michalk. Sie unterstrich die Bekenntnisfreiheit. Die Sorben hätten sich niemals über ein Territorium identifiziert, sondern über ihre sprachlich-kulturelle Zugehörigkeit.

Die Hochschätzung für Regional- und Minderheitensprachen habe mit gemeinsamem Verständnis, Respekt und Harmonie zu tun, sagte abschließend Sitzungsleiter Johannes Singhammer (CSU), bevor der Antrag einstimmig angenommen wurde.

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