Aktion

Reinigungskräfte demonstrieren vor dem Flensburger Rathaus

Reinigungskräfte demonstrieren vor dem Flensburger Rathaus

Reinigungskräfte demonstrieren vor dem Flensburger Rathaus

Benjamin Nolte/shz.de
Flensburg
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Die Aktion vom Dienstag war bereits die fünfte an unterschiedlichen Orten in Schleswig-Holstein. Foto: Benjamin Nolte

Systemrelevanz fängt insbesondere in ihrer Branche an, so der Tenor der Teilnehmer.

„Ohne uns geht nix!“ – mit diesem Slogan fordern die Reinigungskräfte der IG Bau mehr Aufmerksamkeit während der andauernden Pandemie. „Es geht uns um mangelnde Wertschätzung für die Frauen und Männer dieser Branche. Ohne uns können die als systemrelevant eingestuften Betriebe und Einrichtungen ihren Betrieb nicht aufrechterhalten“, erklärt Susanne Welzk, Teamleiterin Gebäudereinigung bei der IG Bau.

Rund 25 Reinigungskräfte demonstrierten am Dienstagnachmittag vor den Türen des Flensburger Rathauses. Systemrelevanz fängt auch beziehungsweise insbesondere in der Reinigungsbranche an, so der Tenor der Teilnehmer. „Ohne vernünftige Hygienekonzepte, die ohne Reinigungskräfte nicht durchführbar sind, ist die Pandemie nicht aufzuhalten“, findet Welzk klare Worte.

Auch DGB-Regionsgeschäftsführerin Gabi Wegner unterstützt die Aktionen und schließt sich an: „Für uns ist es wichtig, den Menschen aufzuzeigen, dass wir da sind, einen wichtigen Beitrag leisten und dennoch nicht das Gehör finden, dass die Reinigungskräfte verdient haben.“ Man erhofft sich auch Unterstützung aus Reihen der Politik.

Erheblicher Mehraufwand

IG Bau und DGB betonen, dass die Aktionen unter dem Motto „Ohne uns geht nix!“ nicht als drohender Zeigefinger zu verstehen seien, sondern eine positive Resonanz hervorrufen sollen. „Man sieht die Männer und Frauen der Gebäudereinigung selten bis gar nicht, machen sie ihre Arbeit gut, fällt es kaum einem auf“, so Susanne Welzk. „Erst wenn es mal nicht sauber ist, fällt auf, dass das Reinigungspersonal nicht da war.“

Die Aktion vom Dienstag war bereits die fünfte an unterschiedlichen Orten in Schleswig-Holstein. Besonders auch in dieser Branche hat die Corona-Pandemie für einen erheblichen Mehraufwand gesorgt. „Gereinigt wird nahezu nur noch mit FFP2-Masken und die Desinfektion bringt einen erheblichen Mehraufwand mit sich“, so Welzk. „Allerdings bekommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinen Cent mehr Geld für ihre Arbeit.“

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