Dänmark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Hochspannungsmasten zwischen Kassö und Fröslee Foto: Volker Heesch

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Bombendrohungen per „Aula“

Landesweit hat die Reichspolizei 16 Bombendrohungen gegenüber Schulen registriert, die über das neue Intranet der Schulen namens Aula abgesetzt wurden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist noch nicht bekannt. Die Polizei hat Spezialisten für Internetkriminalität hinzugezogen, rät aber Eltern, mit ihren Kindern über IT-Sicherheit zu sprechen, da Passwörter von Nutzern geknackt und unter dem Namen der Nutzer die Drohungen verschickt wurden. Passwörter sollten dringend ausgetauscht werden, so die Polizei.

Festgenommene planten offenbar Überfall auf Geldtransport

Nachdem die Polizei fünf Personen – vier Männer und eine Frau – am Donnerstagabend in Herlev festgenommen hatte, berichten TV2 und der Zeitung „Ekstra Bladet“, dass die fünf Personen verdächtigt werden, einen Überfall auf einen Geldtransport geplant zu haben. Den beiden Medien zufolge sollen die vier Männer aus Schweden kommen. Der Termin beim Haftrichter unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschah unter großem Polizeiaufgebot. Den Grund der Verhaftung will sich die Polizei nicht bestätigen und hält sich bedeckt.

 

Börsenbericht

Kopenhagen Der Leitindex an der Kopenhagener Börse, der C 25, legte am Freitag um 0,7 Prozent zu. Es wurde ein Schlussstand von 1.196, 22 notiert. Die Aktie des Baustoffkonzerns Rockwool war die Aktie, die im Leitindex am stärksten zulegen konnte. Sie verteuerte sich nach unerwartet guten Geschäftszahlen um 3,3 Prozent. Zulegen konnte auch die Aktie von NKT. Sie verteuerte sich um 3,4 Prozent, ebenfalls nach guter Zwischenbilanz. Die Aktie des Energieversorgers Ørsted gab um 0,3 Prozent nach. Die Zinsen der dänischen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sanken um 3 Basispunkte auf minus 0,34 Prozent. Ritzau

 

Straßenverkehrszahlen sind rückläufig

„Während im ersten Halbjahr 2019 der Straßenverkehr über die Große-Belt-Brücke noch voll brummte, ist er seit dem Sommer abnehmend“, erklärt Camilla Riff Brems, Analysechefin der Brückengesellschaft Sund & Bælt gegenüber Transporttidende. Insgesamt passierten 1,1 Millionen Fahrzeuge die Zahlstellen, und dies entspricht einem Rückgang von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist zum zweiten Mal nacheinander eine Abschwächung zu verzeichnen, denn bereits im September wurden minus 0,3 Prozent registriert. „Diese Entwicklung sehen wir überall in Europa“, sagt Riff Brems. Die Ursache des Rückganges liegt hauptsächlich im Bereich des Pkw- und Busverkehrs. Im September fuhren 0,8 Prozent und im Oktober 0,3 Prozent weniger Pkw über die Brücke als im Jahr zuvor. Der Busverkehr ging mit 25 Einheiten pro Tag oder 11 Prozent zurück. PauSe

 

Die Direktorin der Filmschule hört nach Kritik von Studenten auf

Vinca Wiedemann tritt nach heftiger Kritik von Studenten und Filmleuten als Rektorin an der dänischen Filmschule zurück. Das berichtet das Kulturministerium in einer Pressemitteilung. Die Schüler waren mit Vinca Wiedemann unzufrieden. Sie bemängelten unter anderem, dass der Unterricht zu akademisch geworden sei. Die Schüler fordern mehr praktische Übungen. „Die Situation an der Filmschule ist unhaltbar. Die Schule braucht Unterstützung von Schülern, Lehrern und der Branche“, sagt Kulturminister Rasmus Prehn (Soz). „Leider gab es diese Unterstützung in der letzten Zeit nicht mehr. Rektorin Vinca Wiedemann und das Kulturministerium sind sich einig. Aus diesem Grund tritt Vinca Wiedemann als Schulleiterin zurück“, so Prehn. Bereits im Januar hatten die Schüler ihr Misstrauen in einem Brief gegen Vinca Wiedemann ausgesprochen, den 87 der 96 Schüler der Schule unterschrieben hatten.

 

Der Herbst 2019 ist der nasseste seit Aufzeichnungsbeginn

Wolkenbrüche, stundenlang strömender Regen, überflutete Felder und Straßen waren bislang charakteristisch für diesen Herbst. In der Nacht zu Freitag hat der Herbst 2019, den Rekord als der nasseste Herbst seit Beginn der Messung durch das Dänische Meteorologische Institut (DMI) im Jahr 1874 erreicht. Der Rekord von 1967 von 327 Millimetern im September, Oktober und November ist am Freitag übertroffen worden.

 

Acht von zehn jungen Dänen bewegen sich nicht genug

84,5 Prozent der jungen Menschen zwischen 11 und 15 Jahren in Dänemark bewegen sich weniger als eine Stunde pro Tag. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichts, der in der Fachzeitschrift „The Lancet Child and Adolescent Health“ veröffentlicht wurde. Das schreibt Videnskab.dk. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt hingegen mindestens eine Stunde Bewegung am Tag. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass es sich nicht nur um ein dänisches, sondern um ein globales Problem handelt. Weltweit sind 81 Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren tagsüber nicht körperlich aktiv. Der Bericht zeigt auch, dass sich Mädchen weniger bewegen als Jungen. Unter körperlicher Aktivität versteht man Spielen, Sport, Arbeiten zu Hause, Spazierengehen oder mit dem Rad zur Schule fahren. Insgesamt nahmen 1,6 Millionen junge Menschen an der Studie teil.

In der deutschen Minderheit ist das Problem bekannt und so wird dagegen vorgegangen:

 

Hochspannungsleitung kommt nur wenig unter die Erde

Anwohner und Lokalpolitiker in Westjütland fordern, dass ein Großteil einer 170 Kilometer langen Hochspannungsleitung unterirdisch verlegt wird. Nun hat der Netzbetreiber Energinet jedoch in einer Anhörung auf Christiansborg erklärt, dass nicht mehr als 15 Prozent – oder 26 Kilometer – der Gesamtstrecke als Erdkabel verlegt werden könnten. Laut Energinet und anwesenden Fachleuten ist ein größerer Prozentsatz zu teuer und auch technisch noch nicht durchführbar. Zudem würde die Versorgungssicherheit geschwächt. Energinet will nach eigener Aussage Rücksicht auf die Grundstücksbesitzer nehmen. Die 400.000-Volt-Leitung zieht sich von Idomlund bei Holstebro über Endrup bei Esbjerg an Tondern vorbei ins nordfriesische Niebüll. Sie ist Endstück des sogenannten Viking Links von der Nordsee bis nach Großbritannien. hm

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