Leitartikel

„Landwirtschaft mit Klimaschutz “

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Erfreulich ist, dass mit Arla ein für Dänemark wirtschaftlich wichtiges Unternehmen sich des Themas Klimaschutz in der Landwirtschaft seriös annimmt und aufzuzeigen versucht, wie der nicht abzuweisende Anteil der Landwirtschaft am Ausstoß von „Treibhausgasen“ verringert werden kann, meint Volker Heesch.

In diesen Tagen ist der Meiereikonzern Arla, der längst nicht mehr nur ein dänischer Konzern ist, mit Ankündigungen an die Öffentlichkeit getreten, man werde bis 2050 CO2-neutral produzieren. Es ist sicher eine Reaktion auf zahlreiche Berichte während der vergangenen Jahre, die Landwirtschaft sei hierzulande einer der Wirtschaftszweige mit dem größten Anteil am Ausstoß klimaschädlicher Substanzen. Schon seit einigen Jahren gibt es „Anklagen“, wer Fleisch verzehrt, mache sich mitschuldig am Klimawandel mit all seinen fatalen Folgen weltweit.

An dieser Stelle soll jetzt nicht mit Aufrechnungen begonnen werden, ob man sich durch Verzicht auf das tägliche Wurstbrot das Recht erkauft, klimabelastende Flugreisen zu unternehmen. Erfreulich ist, dass mit Arla ein für Dänemark wirtschaftlich wichtiges Unternehmen sich des Themas Klimaschutz in der Landwirtschaft seriös annimmt und aufzuzeigen versucht, wie der nicht abzuweisende Anteil der Landwirtschaft am Ausstoß von „Treibhausgasen“ verringert werden kann.

Prinzipiell sollte wohl auch daran erinnert werden, dass es moralisch einen Unterschied darstellt, ob klimaschädliche Gase bei der Herstellung von Nahrungsmitteln anfallen, auf die die Menschheit nun einmal nicht verzichten kann. Das ist nicht nur eine Frage, ob Fleisch, Milchprodukte oder Pflanzen erzeugt werden. Es darf aber die Frage gestellt werden, ob Urlaubsflüge als Quelle von Treibhausgasen anders zu bewerten sind als klimaschädigende Stoffe bei der Nahrungsmittelproduktion, die in armen wie in reichen Ländern stattfindet.

Bei Arla wird berichtet, dass die Landwirtschaft in Dänemark bereits seit 1990 den CO2-Abdruck pro Kilogramm Milch um 24 Prozent vermindert habe. Arla-Chef Peder Tuborgh erklärt, dass u. a. der Transportbereich des Konzerns CO2-neutral werde. Das sollte wohl möglich sein, wenn z. B. die Milchlaster mit Biogas betrieben werden. Er erwähnt auch genetische Änderungen an den Kühen, die je nach Zucht mehr oder weniger Kohlendioxid ausstoßen. Alle haben inzwischen wohl von den Bäuerchen und Darmgasen der Kühe gehört, die klimaschädigende Gase wie CO2 oder Methan enthalten.

Doch dabei darf nicht vergessen werden, dass es in der Treibhausgas-Bilanz auch eine Rolle spielt, ob man Heu oder Importfutter aus Übersee verfüttert, ob mit Weidegang an der frischen Luft Grünland als CO2-Senker bewahrt bleibt. Von Arla wird niemand erwarten können, dass man die Verbraucher zu Vegetariern umerziehen will. Aber man erkennt die Zeichen der Zeit.

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