Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 9. Mai 2021“

Das Wort zum Sonntag, 9. Mai 2021

Das Wort zum Sonntag, 9. Mai 2021

Pastorin Sabine Hofmeister
Sabine Hofmeister
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 7. Mai 2021, von Pastorin Sabine Hofmeister/Reformierte Kirche in Fredericia

„Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst.“ (Mose 32, 12)

Wir leben auf Kosten unserer Kinder und Enkel. Sie werden einmal unsere Schulden bezahlen müssen. Und wovon werden sie dann leben? Werden sie sich auf das veränderte Klima einstellen können? Und was wird aus der Generation junger wütender Männer, die in unseren Schulen nicht das lernen, was ihnen im Leben hilft? Das kann doch nicht gutgehen! Unsere Fahrlässigkeit in wichtigen Fragen muss doch Folgen haben. Wer seine Aufgaben nicht ordentlich macht, der muss die Konsequenzen tragen. Wo kämen wir sonst hin?

Damals, zur Zeit des Mose, haben die Leute sich einen Gott gemacht, von dem sie sich mehr versprochen haben als von dem, der sie aus Ägypten geführt hatte, einen goldenen Stier, Sinnbild für Kraft und Potenz. Das konnte nicht gutgehen. Dieser Größenwahn würde das Volk ins Verderben stürzen.

Für Mose war das anscheinend mehr als eine Befürchtung. Gott selbst kündigte sie an – die schlimmen Folgen menschlichen Größenwahnes. Wo käme man denn auch hin, wenn das keine Konsequenzen hätte? Aber Mose schaut auf das, worum es eigentlich geht. Die Israeliten sollen leben können! Hat Gott sie nicht deshalb aus Ägypten befreit? Was hilft es, sie jetzt zu vernichten? Wem hilft es? Den Menschen hilft es nicht.

Moses betet. Es geht doch um diese Menschen! Es geht nicht um Konsequenzen und Prinzipien, sondern darum, dass sie leben können. Und das Unheil bleibt aus. Sicher, die Menschen werden die Konsequenzen ihres Größenwahnes tragen müssen. Aber untergehen werden sie nicht. Sie bekommen eine Chance, sich zu besinnen. Denn Gott geht es um den Menschen. Um nichts anderes. Ihm sei Dank!

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