Museum Sønderjylland

Museen: Ehrenamtler wünschen sich Entgegenkommen

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Die gewaltigen Skulpturen des berühmten Bildhauers Henry Moore während ihrer Ausstellung im Tonderner Kunstmuseum: Das Museum Sønderjylland hat zehn Ausstellungsstandorte im ganzen Landesteil. Foto: Archivfoto: DN

Die Freunde des Apenrader Museums sind traurig: Sie fühlen sich von der Verbandsleitung zur Seite geschoben und ausgebremst. Wie will die Direktion in Zukunft generell mit Ehrenamtlern umgehen? Der Direktor bezieht Stellung.

Seit 2018 ist im Museumsverband Museum Sønderjylland organisatorisch alles anders. Und aus den Augen einiger Ehrenamtler des Museums alles schlechter, was die Einbindung von Ehrenamtlern angeht. So zeigte sich die Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises des Apenrader Museums auf der jüngsten Generalversammlung höchst unzufrieden mit der jetzigen Situation.

Das Apenrader Schifffahrtsmuseum in der H. P. Hanssens Gade Foto: Anke Haagensen

Warten auf einen Vorschlag

„Wir warten seit Herbst 2018 auf einen Vorschlag, wie das Museum sich die zukünftige Zusammenarbeit vorstellt“, sagt die Vorsitzende Else Runge Petersen. Bis Weihnachten sei den Museumsfreunden eine Strategie versprochen worden. „Vielleicht war ja Weihnachten 2019 gemeint“, so Runge Petersen, nicht ganz frei von Sarkasmus.

Zusammenarbeit funktioniert nicht richtig

Ihre Kritik: „Die Zusammenarbeit mit dem Museumsverband funktioniert einfach nicht richtig. Die Leitung hat eine zentrale Leitungsstruktur geschaffen und wir haben seitdem den Eindruck, dass man uns nicht länger braucht, nicht länger will."

Dadurch, dass die Stellungen der einstigen Museumsleiter aus Apenrade nach Sonderburg und Hadersleben „zentralisiert" wurden, fehle den Apenrader Freiwilligen ein direkter Ansprechpartner.

Dabei, gibt die Vorsitzende des Apenrader Freundeskreises zu bedenken, „haben lokale Museumsfreunde, lokale Geschichtsbegeisterte, die Museen einst geschaffen und somit die Grundlage für ihre Existenz gelegt“, sagt sie. Nun habe man seit 2018 den Eindruck, „dass man uns Freiwillige als Ressource nicht mehr haben will".

Museumsverband will handeln

Legt das Museum Sønderjylland keinen so großen Wert mehr auf die freiwilligen Mitarbeiter vor Ort, nachdem die neue Leitungsstruktur implementiert worden ist? „Das kann man so nicht sagen, im Gegenteil“, antwortet Museumsdirektor Henrik Harnow am Montag.

Er hat von der Unzufriedenheit der Apenrader gehört und möchte nun „so schnell wie möglich etwas dagegen unternehmen“.

„Es tut mir leid, dass sich der Freundeskreis des Apenrader Museums unzufrieden mit der Situation ist“, sagt Harnow. „Wir wollen gerne, dass die Freiwilligen vor Ort auch weiterhin mitmachen und mithelfen.“

Ein Blick in eine frühere Sonderausstellung, die die Firmengeschichte der Reederei Jebsen zum Inhalt hatte. Foto: Karin Riggelsen

Zweifelsohne habe die neue Struktur die Verhältnisse verändert. „Was in den Museen gezeigt wird und wohin sich die einzelnen Standorte entwickeln, liegt nicht in der Verantwortung der Freiwilligen, sondern wird vom Vorstand vorgegeben. Wir als Leitung setzen diese Vorgaben um. Wo wir die Freiwilligen aber brauchen, ist bei Veranstaltungen, bei Aktionen. Da wollen wir sie gerne dabei haben“, unterstreicht der Direktor.

Gesprächsbedarf: Ein Termin folgt bald

Er will nun nach Ostern einen Gesprächstermin anberaumen. „Es war tatsächlich sehr viel zu tun in den Wintermonaten und jetzt ist es dringend an der Zeit, sich auszusprechen und einen gemeinsamen Weg zu finden", sagt Harnow.

Die Apenrader Vorsitzende hofft ebenfalls auf eine schnelle Veränderung der Zustände. „Wir wünschen uns ein Entgegenkommen. Wir haben bereits Mitglieder verloren, weil sie keinen Sinn mehr darin gesehen haben, Mitglied zu bleiben, wenn man im Museum nicht mehr mitwirken darf."

„Wir schaffen vor Ort Interesse!"

Eine Lösung erfordere, dass sich beide Seiten in die Zusammenarbeit einbringen und eine gegenseitige Wertschätzung da ist. Man müsse sich füreinander Zeit nehmen, findet Runge Petersen. „Woanders funktioniert es ja auch und daher hoffe ich, dass wir gemeinsam einen Weg finden."

Die Freundeskreise- und Vereine vor Ort seien „viel zu gut darin, mit ihrem Netzwerk andere lokale Bürger für die Museen zu begeistern. Wir schaffen vor Ort Interesse!", sagt die Vorsitzende. „Es wäre ja wirklich dumm, darauf zu verzichten."

Die Abteilungen des Museums Sønderjylland

Sonderburg:

  • Schloss Sonderburg (Sønderborg Slot)
  • Ziegeleimuseum Cathrinesminde (Catrinesminde Teglværk)

Apenrade:

  • Kunstmuseum Brundlund Schloss Brundlund (Brundlund Slot)
  • Kulturhistorie Apenrade

Tondern:

  • Drøhses Hus
  • Højer Mühle (Højer Mølle)
  • Kulturhistorie Tondern
  • Kunstmuseum Tondern

Hadersleben:

  • Archäologie Hadersleben (Arkæologi)
Mehr lesen

Wort zu Ostern

Torkild Bak
„Energiequellen für Zukunft “