Strategie

Museumsfreunde signalisieren weiter Zusammenarbeitswillen

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Das Apenrader Schifffahrtsmuseum in der H. P. Hanssens Gade Foto: Anke Haagensen

Die Vorsitzende des Freundeskreises des Apenrader Museums verliert langsam die Geduld: „Seit dem 1. November warten wir auf eine Einladung von Museum Sønderjylland.“

Seit November des vergangenen Jahres wartet der Vorstand des Freundeskreises des Apenrader Museums auf eine Einladung von der Leitung des Museumsverbundes Museum Sønderjylland für ein Gespräch über die künftige Zusammenarbeit – bislang vergebens.

Mit Einführung der neuen Museumsstruktur sollte auch die künftige Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Freundeskreisen reformiert und neu strukturiert werden. Am 1. November waren die ehrenamtlichen Zusammenarbeitspartner zu einem Gespräch in Tondern eingeladen. „Uns wurde gesagt, dass wir zu einem weiteren Treffen eingeladen werden würden, sobald der neue Strategieplan vorläge. Der hätte noch im Laufe des Herbstes vorliegen sollen, aber bislang haben wir ihn nicht zu Gesicht bekommen“, konnte Vorsitzende Else Runge Petersen auf der Generalversammlung des Freundeskreises in dieser Woche eine gewisse Frustration nicht verbergen.

Keine Information

Sie beklagt mangelnden Informationsfluss. Dass der Museumsdirektor Henrik Harnow in Elternzeit gegangen ist, war den Museumsfreunden zum Beispiel nicht mitgeteilt worden. Seine Abwesenheit ist dem Voranschreiten des Prozesses natürlich nicht zuträglich. „Ob darüber hinaus interne Unruhe in der Personalstruktur herrscht, weiß ich nicht, aber das ist zumindest vorstellbar, wenn man auf den Organisationsplan schaut. Hier haben sich Hierarchien und Aufgaben verschoben“, stellt Else Runge Petersen fest.

Sie signalisiert aber ganz klar Zusammenarbeitswillen. „Wir sind weiter bereit, für das Schifffahrtsmuseum in Apenrade zu arbeiten. – Unser Wille ist absolut da, aber uns fehlt in dem Maße endlich ein Vorschlag von Museum Sønderjylland, wie dieses sich die zukünftige Zusammenarbeit mit uns vorstellt“, so Runge Petersen.

Der Freundeskreis des Apenrader Schifffahrtsmuseums

Die Vorstandsmitglieder Jørn Ole Nielsen, Heinrich Callesen und Karl Lildholdt wurden wiedergewählt. Neu im Vorstand der Museumsfreunde ist Birte Fangel. Sie ist zunächst für ein Jahr gewählt, da sie den Vorstandsposten des im Februar verstorbenen Peter Thomsen übernommen hat. Ein Sitz ist noch vakant. Da Suppleant Finn Clemmensen nicht wünschte, als vollgültiges Mitglied nachzurücken, wurde der Vorstand von der Generalversammlung beauftragt, selbst einen Kandidaten zu finden. Vereinsrevisor Poul Solberg Hansen wurde wiedergewählt.

Bei der anschließenden Konstituierung blieb fast alles wie gehabt: Vorsitzende ist nach wie vor Else Runge Petersen und Jørn Ole Nielsen ihr Stellvertreter. Kassenwart ist Calli Vollertsen. Birte Fangel hat den Posten des Schriftwartes übernommen. Als Beisitzer gehören Heinrich Callesen und Karl Lildholdt dem Vorstand an.

Die Vorstandssitzungen werden übrigens im Jacob-Michelsen-Hof und nicht im Schifffahrtsmuseum abgehalten.

Ganz viele Apenrader Familien haben in ihrem Stammbaum Ahnen, die entweder selbst die Weltmeere bereist haben, Handel betrieben haben oder Schiffe gebaut haben. Foto: Karin Riggelsen

Die Zusammenarbeit muss gewollt werden

Bei ihrer Teilnahme an dem Jahrestreffen der Vereinigung von Museumsvereinen und Freundeskreisen in ganz Dänemark (SAMMUS) am Sonnabend ist sie darin bestärkt worden, dass die Ehrenamtler durch ihr freiwilliges Engagement wertvolle Botschafter der Museen sind. „Die Zusammenarbeit zwischen den Profis und den Ehrenamtlern muss aber auch gewollt werden“, stellt Else Runge Petersen fest.

Diese Zusammenarbeit müsse im gegenseitigen Respekt und im Zusammenspiel geschehen, war eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den vielen Vorträgen und Diskussionsrunden am Rande dieses Jahrestreffens, an dem unter anderem auch Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz) teilnahm. „Es erfordert eine gute Leitung in den Kultureinrichtungen, die Ehrenamtler in die Arbeit miteinzubeziehen, damit diese nicht zu ungelernter, kostenloser Arbeitskraft degradiert werden. Wenn ein Museumsvorstand den direkten Kontakt zu Museumsvereinen und Freundeskreisen abwählt, gehen wichtige Kompetenzen verloren. Fusionsmuseen verlieren ihre örtliche Verankerung“, sagt Else Runge Petersen. In letzter Konsequenz hieße das natürlich auch rückläufige Besucherzahlen.

Ein Blick in eine frühere Sonderausstellung, die die Firmengeschichte der Reederei Jebsen zum Inhalt hatte. Foto: Karin Riggelsen
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