Örtliche Arztversorgung

Neuer Versuch: Kommunen und Region bewerben sich um Gelder für Gesundheitshäuser

Dirk Thöming
Vejle/Apenrade
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Bürgermeister Thomas Andresen hat die Nachnutzung des ehemaligen Supermarkt-Gebäudes in der Fußgängerzone als Gesundheitshaus in Apenrade ins Spiel gebracht. Foto: Archiv

Neues Gesundheitshaus in Apenrade soll es für Ärzte attraktiver machen, sich in der Kommune niederzulassen. Hadersleben will die Psychiatrie im Gesundheitszentrum ausbauen.

Zur Umsetzung neuer Gesundheitshäuser, die niedergelassene Ärzte in die Region Süddänemark ziehen sollen, haben sich die Region Süddänemark und diverse Kommunen erneut bei der dänischen Regierung um Fondsmittel beworben.

Die Einführung bzw. der Ausbau von Gesundheitshäusern ist Teil der dänischen Regierungspolitik, um die regionale ärztliche Versorgung zu stärken.

„Wir haben die Herausforderung, dass es schwer ist, Ärzte zu finden, die sich in ländlichen Gegenden niederlassen“, sagt Bo Libergren (Venstre), Vorsitzender für den Ausschuss Nahes Gesundheitswesen in der Region Süddänemark, zum „Nordschleswiger“.

Der Neubau eines Gesundheitshauses in der Fußgängerzone in Apenrade solle für Ärzte eine einfache Möglichkeit schaffen, sich dort selbstständig zu machen.

„Mit einem zentralen, modernen Gesundheitshaus wird es für die Ärzte attraktiver, sich hier niederzulassen“, so Bo Libergren. Er hofft, dass es Ärzte gibt, die die Selbstständigkeit wählen; an Anstellungsverhältnisse sei eher nicht gedacht.

Platz für vier bis sechs Ärzte

Die Rede kann in Apenrade von vier bis sechs neuen Ärzten sein.

„Diese kommen dann wahrscheinlich von ihrer Ausbildung in Odense hierher“, sagt Bo Libergren.

Die nördliche Fußgängerzone sei Entwicklungsgebiet, und es gebe Überlegungen, das Gesundheitshaus dort anzusiedeln, so Jakob Kyndal, Direktor für Soziales und Gesundheit in Apenrade. Das von der Kommune erworbene Gebäude des ehemaligen Rema-Supermarktes wurde dafür ins Spiel gebracht, doch zum endgültigen Standort will die Kommune noch keine Angaben machen.

„Wahrscheinlich ist eher von einem Neubau statt von Sanierung die Rede“, sagt Jakob Kyndal lediglich. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein, und das Gebäude soll bis 2021 fertiggestellt werden.

Nur einen Bruchteil erhalten

In einer ersten Runde im vergangenen Jahr bewarb sich die Kommune Apenrade um 56 Millionen Kronen, erhielt aber nur eine Zusage über 6,7 Millionen Kronen unter der Bedingung, den restlichen Betrag selbst aufzubringen. Etwa 200 Millionen Kronen von Regierungsmitteln standen in ganz Dänemark zur Verfügung.

Jetzt gibt es die nächsten Fördermittel in Höhe von weiteren 207 Millionen Kronen in ganz Dänemark, und Apenrade hat sich dieses Mal um 14 Millionen Kronen beworben mit der Begründung, das Projekt Gesundheitshaus inhaltlich noch erweitern zu wollen.

„Wir sind gespannt, wie viel vom Kuchen wir dieses Mal erhalten“, sagt Jakob Kyndal.

Er hält es jedenfalls „sicher für realistisch“, dass es ein Gesundheitshaus geben wird.

Foto: Jydske Vestkysten

Hadersleben erweitert

In Hadersleben soll das erst vor kurzem eingeweihte Gesundheitszentrum bereits erweitert werden. Hier geht es nach Auskunft der Region darum, die psychiatrische Abteilung auszubauen. „Mehrere Ärzte haben diesen Wunsch geäußert“, sagt Bo Libergren. Hadersleben hat sich um 28,3 Millionen Kronen beworben.

  • Insgesamt bewerben sich dieses Mal 10 Projekte in Süddänemark um 304 Millionen Kronen
  • Der neue Fördertopf für Gesundheitshäuser in ganz Dänemark beträgt dabei lediglich 207 Millionen Kronen
  • Nach Auskunft der Region sind aber weitere Fördermittel zu erwarten.
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