Urlaubstipp

Barsö: Eine Perle für Naturliebhaber

Gesche Picolin/ Henrik Dühr
Barsö/Barsø
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Bei tropischen Temperaturen auf Apenrader Ökoinsel Barsö unterwegs: eine geführte Wandertruppe. Foto: Claus Thorsted/JV

Visit Aabenraa bietet im Sommer geführte Touren über die Insel an. Der Nordschleswiger war bei einer dabei.

„Wir freuen uns auf die Natur der Insel und sind gespannt, was der Guide zu erzählen hat.“ Jørn und Jytte Rasmussen standen Donnerstagvormittag gemeinsam mit 16 anderen Teilnehmern parat am Anleger Barsø Landing, um auf die Fähre nach Barsö zu steigen. Die Erwartungen waren groß. „Wir sahen im Sølyst Kro einen Flyer, und wir waren noch nie auf Barsö. Wir erwarten uns eine lange Wanderung“, so das Sonderburger Ehepaar.

Es war ein Kampf um die Plätze auf der kleinen Fähre, die nur 24 Passagiere auf einmal transportieren darf. Glücklicherweise waren 18 Plätze für die Teilnehmer der Tour reserviert worden. Wer dennoch mit wollte, musste selbstständig mit der nächsten Fähre übersetzen. Das war aber nicht schlimm, da die Fähre derzeit im Pendelbetrieb unterwegs ist.

Der Guide

Der Tourguide heißt Jørn Steenberg, er ist 71 Jahre alt und führt seit zwölf Jahren verschiedene Touren in Nordschleswig an. Und er weiß ganz genau, was ihm an seiner Arbeit gefällt: „Als Guide trifft man viele Menschen, und was die verbindet, ist das gemeinsame Interesse.“

Steenberg hatte sich für Donnerstag eine etwa vier Kilometer lange Strecke vorgenommen, letztlich wurden aber sechs Kilometer daraus.

Guide Jørn Steenberg kennt die Landschaft wie seine Westentasche. Foto: Claus Thorsted/JV

Karin Petersen aus Haberslund hatte nichts dagegen. „Ich liebe es, in der Natur spazieren zu gehen, und ich liebe das Fotografieren“, so Petersen, die sich durch wöchentliche Wanderungen immer wieder auch selbst herausfordert. „Ich habe Gelenkrheumatismus, auf den Wanderungen beweise ich mir selbst, dass ich kann, was ich will.“ Obgleich sie in Haberslund lebt, ist die 45-Jährige auch zum ersten Mal auf Barsö. „Das wollte ich schon so lange, und es ist schön, den ersten Besuch in einer Gruppe zu unternehmen. Beim nächsten Mal kann ich es dann alleine tun“, so Petersen.
Barsö ist bekannt für seine vielfältige Natur, und auf der Spaziertour war von allem was dabei. Die Teilnehmer wurden über den Strand geführt, durch das hügelige Gelände und auch durch kleinere Nadelwälder. Gemeinsam ist diesen Orten die wundervolle Aussicht.

Den Kindern die Natur zeigen

Die Teilnehmer entdeckten auch ein spezielles Gewürz, was zu einem Höhepunkt auf der Tour führte. „Seht mal, Thymian“, riefen sie beinahe im Chor, „oh, wie das duftet!“

Auf dem Spaziergang stießen die Teilnehmer auch auf zwei Zelte, die in Wassernähe aufgeschlagen waren. Hier campten Birgit und Ib aus Skydstrup mit ihren Enkelkindern Lærke und Dicte. „Wir haben in Loddenhoi ein Ferienhaus und wollten den Mädchen Barsö zeigen und wie es ist, im Zelt zu schlafen.“ Pro Person und Tag kostet es 10 Kronen, hier zu campen, und das gefiel den Kindern. „Wir wollten an sich nur eine Nacht hier sein, aber die Mädchen wollten gerne noch bleiben“, erklärt der Großvater. Und er fügt hinzu, dass sie unheimlich viel baden, aber auch vorsichtig sein müssen, wegen der kleinen Feuerquallen. Für das nächste Mal planen Birgit und Ib eine Kanutour mit den Enkelinnen. „Wenn wir sie zu Besuch haben, dann machen wir immer etwas in der Natur.“

Zum Wasser ist es hier nie weit. Foto: Claus Thorsted/JV

Endstation Café

Die Wanderung über die Insel endete für die meisten im Café an der Fähre, hier konnte man eine wohlverdiente Tasse Kaffee mit Kuchen oder eine Limonade bekommen. Das nutze das Sonderburger Ehepaar Jørn und Jytte Rasmussen. Sie sprachen über die erlebte Tour: „Unsere Erwartungen wurden erfüllt, und der Guide weiß so viel über die Landschaft“, so Jørn. „Wir haben den Ausflug nicht bereut.“

Die kommenden, vom Touristikbüro organisierten, Führungen finden am Montag, 30. Juli, und am Montag, 6. August, statt. Abfahrt mit der Fähre von Barsø Landing um 11.15 Uhr, Rückkehr um 15.15 Uhr.

Wissenswertes für den Ausflug nach Barsö

Barsö ist Apenrades Ökoinsel. Sie wurde vergangenes Jahr zur zweiten Ökoinsel Dänemarks ausgerufen. Hier wird nicht mehr gespritzt, und die inseleigene Meierei liefert lokale Biomilch.

Das Eiland befindet sich im Kleinen Belt und liegt etwa 15 Kilometer von Apenrade entfernt. Barsö ist 250 Hektar groß. Ein Inselrundgang beläuft sich auf etwa sieben Kilometer.

Auf die Insel kommt man mit der Fähre, die Barsø Landing ablegt. Die Überfahrt dauert 15 Minuten. Eine andere Möglichkeit ist die, rüberzurudern oder zu segeln. Es gibt zehn Plätze für Gastboote am Anleger. Derzeit wohnen 15 Menschen fest auf der Insel.

Barsö ist eine Naturperle im Kleinen Belt. Foto: Claus Thorsted/JV

Uferschwalben und Hornhechte

Die Insel ist für ihre Vogelwelt bekannt, die Uferschwalbe etwa wohnt in den Klippen am Øster Klev. Auch gilt Barsö als Paradies für Angler. Meerforelle, Hornhecht, Dorsch und Scholle lassen sich von der dortigen Küste aus fangen.

Die Kommune mahnt in ihrem Informationsblatt „Barsø“ dazu, die angewiesenen Pfade nicht zu verlassen. Auch ist es untersagt, wilde Blumen zu pflücken oder Zweige abzuknicken. Hunde sind an der Leine zu führen.
Wer sich nach seiner Spaziertour mit selbst gebackenem Kuchen oder einem Eis stärken möchte, findet hierzu gute Möglichkeit im Bars’ Kaffehus, etwa 100 Meter vom Fähranleger.

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„Eine neue Laufbahn“

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur