Gesundheit

Kommune Apenrade: „Etwa ein Jahr warten auf die Zahnspange“

Kommune Apenrade: „Etwa ein Jahr warten auf die Zahnspange“

Kommune Apenrade: „Etwa ein Jahr warten auf die Zahnspange“

Apenrade/Aabenraa
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Etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Dänemark muss kieferorthopädisch behandelt werden (Symbolfoto). Foto: Adobe Stock

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In einigen Kommunen beträgt die Wartezeit für eine Zahnspange bis zu vier Jahre. Für manche Kinder und Jugendliche kommt die Hilfe zu spät. Doch wie sieht es in der Kommune Apenrade aus? „Der Nordschleswiger“ hat nachgefragt.

In den Hauptstadtkommunen und auch anderen Kommunen des Landes rufen die Zahnärztinnen und Zahnärzte um Hilfe: Bei zu vielen Kindern wird eine Zahnfehlstellung zu spät behandelt. Das berichtete „dr.dk“.

Das Problem sind zu wenige, auf Kieferorthopädie spezialisierte Medizinerinnen und Mediziner. In manchen Fällen betrug die Wartezeit für eine Zahnspange dem Bericht zufolge vier Jahre. Das kann für einige der jungen Menschen heißen, dass die Behandlung zu spät kommt und ihnen nur noch mit einem chirurgischen Eingriff geholfen werden kann.

Zwar hatten einige Kommunen reagiert und Behandlungen bei privaten Kieferorthopäden finanziert; was jedoch nicht ausreichte und zudem den Kommunalhaushalt sprengte.

Geburtenstarke Jahrgänge sorgten für große Nachfrage

Doch wie ist die Situation in der Kommune Apenrade?

„Weil es in den vergangenen Jahren geburtenstarke Jahrgänge gab, haben die zuständigen kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschieden, ebenfalls Hilfe durch private Kieferorthopädinnen und -orthopäden hinzuzuziehen“, antwortet der kommunale Zahnarzt Søren Skov auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Auch in der Apenrader Kommune muss etwa ein Viertel der jungen Menschen bis 18 Jahre mit einer Zahnspange behandelt werden, um Fehlstellungen zu korrigieren. „Die Kinder und Jugendlichen werden laufend von den kommunalen Zahnärzten begutachtet. Sollte Behandlungsbedarf bestehen, „wird dieser zeitnah erfüllt. Das gilt auch für kieferorthopädische Behandlung. Jeder Fall wird begutachtet und dann entschieden, wann mit der Behandlung begonnen werden kann“, so Skov.

Ziel: Behandlung zu einem verantwortungsvollen Zeitpunkt

Søren Skov verfolgt das Ziel, dass „alle, die eine Zahnspange benötigen, zu einem fachlich verantwortungsvollen Zeitpunkt behandelt werden“, schreibt er in seiner Antwort.

Um das zu erreichen, ist die Zusammenarbeit mit einem privaten Anbieter eingegangen worden. Diese endete jedoch im vergangenen Jahr, weil man der Meinung ist, die Aufgabe auch ohne fremde Hilfe erfüllen zu können. Seither werden kieferorthopädische Fälle nur noch von den kommunalen Mitarbeitenden behandelt, „da wir den Bedarf selbst decken können“, erklärt Søren Skov. „Das bedeutet jedoch auf Sicht eine kurze Wartezeit von einem dreiviertel Jahr bis zu einem Jahr“, so der Zahnspezialist.

Längere Wartezeiten, wie sie etwa in der Hauptstadtkommune vorkommen, gibt es demnach in Apenrade nicht.

Schnellere Behandlung mit Eigenbeteiligung – oder im Ausland

Wem das trotzdem noch zu lange dauert, der kann übrigens bei einer privaten kieferorthopädischen Praxis (specialtandlæge) einen Termin vereinbaren. Allerdings übernimmt in solchen Fällen die Krankenkasse (sygesikring) die Kosten nicht ganz. 35 Prozent müssen selbst getragen werden. Dies gilt allerdings nur für Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr. Jugendliche im Alter von 17 bis 18 Jahren können die kieferorthopädische Behandlung frei wählen.

Eine weitere Möglichkeit für Menschen im Grenzland ist es, eine Kieferorthopädin oder einen Kieferorthopäden auf deutscher Seite in Anspruch zu nehmen. Die dänische Krankenversicherung übernimmt in solchen Fällen die Kosten in Höhe der Zuschüsse, die im Land gezahlt worden wären. Allerdings müssen die Rechnungen erst bezahlt werden. Erst dann können sie bei der jeweiligen Region eingereicht werden. Die Region entscheidet dann, in welcher Höhe die Kosten übernommen werden. Man sollte sich jedoch schon vor der Behandlung bei der Region informieren.

Und: Wer sich im Ausland behandeln lässt, kann bei Behandlungsfehlern nicht auf das dänische Klagerecht zurückgreifen. Es gilt das Recht im Land, in dem die Behandlung erfolgte.

 

Kommunale Zahnärzte in der Kommune Apenrade

Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr werden in den kommunalen Zahnarztpraxen behandelt. Dort werden alle Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt.

Alle Angebote sind kostenlos und werden von der Kommune gezahlt, dazu gehört auch die kieferorthopädische Behandlung.

Es gibt vier Kliniken:

  • Kongehøj Klinikken, Kongehøjskolen, Apenrade
  • kieferorthopädische Klinik, Kongehøjskolen, Apenrade
  • Høje Kolstrup Klinikken, Høje Kolstrup Skole, Apenrade
  • Tinglev Klinikken
https://aabenraa.dk/borger/sundhed-og-forebyggelse/tandpleje
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