Abschied

Deutsches Gymnasium: Stamer düst nach 28 Jahren davon

Deutsches Gymnasium: Stamer düst nach 28 Jahren davon

Deutsches Gymnasium: Stamer düst nach 28 Jahren davon

Nordschleswig/Sønderjylland
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Nach 28 Jahren am DGN: Jürgen Stamer mit seiner Abschiedsurkunde vom Land Schleswig-Holstein. Foto: Gwyn Nissen

Oberstudienrat Jürgen Stamer wurde am Deutschen Gymnasium in kleiner Corona-Runde verabschiedet. Ein emotionaler Abschied für den passionierten Lehrer.

Von wegen gemächlich in die Rente: Jürgen Stamer, seit 28 Jahren Lehrer am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig, düst mit Vollgas aus dem Arbeitsleben. Vor ihm und seiner Frau Frauke stehen nämlich neue Abenteuer auf dem Motorrad. Also nach Corona, dem Virus, das auch der Abschiedsfeier des beliebten Kollegen einen kleinen Strich durch die Rechnung machte.

Stamer hätte eine große Bühne für seine Verdienste in der Schule verdient gehabt, doch es waren „nur" Familie, Kollegen, Ehrenamtler und einige Schüler da, um den 63-Jährigen in Rente zu schicken – mit viel Humor übrigens.

Schulleiter Jens Mittag war sich sicher, dass Stamer hinter der Werner-Figur von Comicautor Rötger „Brösel“ Feldmann steckt: „Durch und durch Norddeutsch, aus Flensburg, dumme Sprüche, Motorrad – das ist eindeutig. Selbst die Frisur passt im Wesentlichen, der Rest ist künstlerische Freiheit", meinte Jens Mittag.

Gute Kollegen am DGN und eine tolle neue Sporthalle würden die Konkurrenz mit den Bergen in Frankreich und einem Gläschen Wein leicht aufnehmen können, so Mittag. Er, die Kollegen und die Schüler würden den engagierten Lehrer in Zukunft vermissen.

„Urlaubsziele vor der Haustür", hatte Karin Asmussen dem Kollegen Jürgen Stamer mitgebracht. Und für die Zeit nach Corona auch die 50 tollsten Orte der Welt. Foto: Gwyn Nissen

Stamer um Lehrer und Schüler bemüht

Dies ging unter andrem aus einem Schüler-Brief hervor und aus den Reden seiner Schüler und Kollegen.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer am DGN hat Jürgen Stamer seit 1994 auch im Bezirkspersonalrat für die nordschleswigschen Lehrer gewirkt – viele Jahre als dessen Vorsitzender.

Besonnen, ruhig und um Schüler und Kollegen bemüht, so verabschiedete seine frühere Schülerin und Gewerkschafts-Mitstreiterin Kerstin Westergaard ihren Bald-Vorgänger, während Sport-Kollegin Karin Asmussen auch den Teamgeist hervorhob.

„An Tagen wie diesen", sangen Kollegen und Schüler zum Abschied für Jürgen Stamer, der nach 28 Jahren den DGN verlässt, um in den Ruhestand zu gehen. Foto: Gwyn Nissen

Emotionaler Abschied

„An Tagen wie diesen" Version Stamer, sangen Kollegen und Schüler vereint zum Ende der offiziellen Veranstaltung in der Vorhalle des DGN. Ja, an Tagen wie diesen, fielen auch Tränen. Für Jürgen Stamer war es ein emotionaler Abschied – aber das wusste er bereits vorher und hatte sich mit Taschentüchern versorgt.

„Es war für mich keine leichte Entscheidung zu gehen. Es ist ein großer Schritt“, sagte Stamer, seit 1992 am DGN. Die Vorzüge des DGN brauche er nicht zu erklären, "aber die Zeit hier geht weit über den Unterricht hinaus", erklärte der rüstige Rentner („Was? Stami geht in Pension – der ist doch erst Mitte 50“).

Einzigartig sei die Zeit am Gymnasium gewesen, so Stamer, der sich noch für die schlechten Witze entschuldigte, und dann wurde am Ende doch ein klein wenig gedrückt. Ganz ohne konnten die Kollegen ihren Kollegen doch nicht einfach abdüsen lassen – Corona hin oder her.

Schüler der 3C sangen und spielten das Beatles-Lied „Hello Goodbye“ zum Abschied für Jürgen Stamer. Foto: Gwyn Nissen
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