THEMA DER WOCHE: KÖNIGINBESUCH

Generalprobe geglückt

Generalprobe geglückt

Generalprobe geglückt

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
BDN-Generalsekretär Uwe Jessen erklärt den Ablauf. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Mit unter anderem dem Bundespräsidenten, der dänischen Staatsministerin und dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten kommt am Sonntag hoher Besuch an das DGN in Apenrade. Am Donnerstag wurde der Ablauf Schritt für Schritt durchgegangen.

Wenn sich rund 20 Minderheitenangehörige an einem Donnerstagnachmittag bei brütender Hitze im Innenhof des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) treffen, um minutiös einen Ablauf durchzugehen, kann man sicher sein, dass ein wichtiges Ereignis ansteht.

Um genau zu sein, kann es viel wichtiger kaum werden, wenn am Sonntag, anlässlich der verschobenen 2020-Feierlichkeiten, der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Gattin Elke Büdenbender, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), der Oberbürgermeister von Rostock, Claus Madsen, und, als wäre das nicht Prominenz genug, dazu auch noch die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) samt Ehemann Bo Tengberg und Kulturministerin Joy Mogensen das DGN in Apenrade besuchen.

Und dann wäre da auch noch die dänische Königin, die den Tag ebenfalls in Nordschleswig verbringt und unter anderem im Deutschen Museum in Sonderburg vorbeischaut.

In der Aula des DGN wird am Sonntag das essen serviert. Foto: Karin Riggelsen

Dementsprechend rauchten in den vergangenen beiden Wochen beim Planungsteam des BDN gehörig die Köpfe, um einen reibungslosen Ablauf auf die Beine zu stellen.

Eigentlich stand dieser bereits lange fest, denn die Vorbereitungen begannen bereits 2017, sagt BDN-Kommunikationschef Harro Hallmann. Vier Tage sollten die 2020-Feierlichkeiten im Grenzland andauern.

Dann kam Corona – und die gesamte Planung musste neu beginnen. Aufgrund der Pandemie war bis vor zwei Wochen nicht einmal bekannt, ob der Bundespräsident überhaupt kommen würde, am Donnerstag kündigte nun kurzfristig auch noch der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung, Bernd Fabritius, sein Kommen an.

Hinzu kommt, dass alles unter anderem mit deutschen und dänischen Ministerien, dem Königshof, dem Bundespräsidialamt, der Botschaft und der Polizei abgesprochen und koordiniert werden muss. Viele Unbekannte also, auf die es für den BDN kurzfristig zu reagieren gilt.

„Es musste einiges umgeworfen werden in den vergangenen Tagen. Eigentlich war unser Plan, dass alle Verbände die Möglichkeit erhalten, sich dem Bundespräsidenten vorzustellen, dieser hat allerdings darum gebeten, dass in dem zeitlich begrenzten Ablaufplan auch Platz für ihn ist, mit Minderheitenangehörigen ins Gespräch zu kommen. Dadurch mussten wir zwar wieder etwas umplanen, aber wir freuen uns natürlich sehr, dass der Bundespräsident Zeit haben möchte, um den Dialog zu suchen“, sagt Harro Hallmann.

Riesige Anerkennung

Der Chef der deutschen Minderheit in Nordschleswig, Hinrich Jürgensen, unterstreicht, dass alle die Mühen und das Kopfzerbrechen gerne auf sich genommen haben.

„Dieser Besuch ist eine riesige Anerkennung. Dass wir, die deutsche Minderheit, im gesamten Terminkalender der Königin und des Bundespräsidenten so viel Platz eingeräumt bekommen haben, ist nicht selbstverständlich, und wir sind sehr dankbar und froh darüber“, so Jürgensen.

An drei Ständen wird den Besuchern die deutsche Minderheit näher gebracht. Foto: Karin Riggelsen

An diesem Donnerstagnachmittag steht der Plan für den Besuch am DGN – zumindest solange bis Sonntag nicht noch etwas unerwartetes passiert. Generalsekretär Uwe Jessen geht mit allen Beteiligten den minutengenau Ablauf durch. Wer kommt wann wo an? Wer steht wo? Wo steht die Blaskapelle und wo die Presse? Welche Toiletten dürfen genutzt werden?

Fest steht, wenn am Sonntag um 11.55 Uhr die Fahrzeuge vorfahren, wird nichts dem Zufall überlassen.

Um dem Bundespräsidenten die Möglichkeit zu geben, auch Gespräche zu führen, sind nun drei Stände mit den Themen Kultur, Sport und Jugend sowie Bildung geplant, an denen sich Vertreter der Musikvereinigung Nordschleswig, der Jugendverband mit dem Team Nordschleswig Faustball sowie die Kindergärten und Schulen der deutschen Minderheit dem hohen Besuch vorstellen.

Nordschleswigsche Spezialitäten

Und auch für das leibliche Wohl der Gäste ist gesorgt. Aufgedeckt werden nordschleswigsche Spezialitäten aus dem „SØMA“ (Sønderjysk Mad), dem von der Schleswigschen Partei herausgegebenen Rezeptbuch, ehe die Gäste nach etwas mehr als einer Stunde das DGN wieder verlassen.

Bei der Generalprobe lief alles nach Plan. Wenn nun noch das Wetter mitspielt, steht einem reibungslosen Besuch am Sonntag nichts mehr im Wege.

Mehr lesen

Leserbrief

Erik Lorenzen
„Bosætning i Kommune Sønderborg“